gegen Trickdiebe und Trickbetrüger

Kredit aus dem Ausland

Die Zinsen in den einzelnen EU-Ländern sind sehr unterschiedlich. Zur Zeit werden Verbraucherkredite kaum grenzüberschreitend vergeben. Allerdings gibt es in der EU auch bis heute noch keine EU-Kooperation zwischen den Auskunftsbehörden (bei uns Schufa) der einzelnen Länder.

Das Europäische Parlament hat am 16.01.08 die neue Neue Richtlinie zu Verbraucherkrediten verabschiedet. Seit 11. Juni 2010 muss in Deutschland die EU-Verbraucherkredit-Richtlinie umgesetzt werden. Diese gilt für Kredite ab 200 Euro bis 75 000 Euro.

Festgeschrieben sind u.a. ein 14-tägiges Rücktrittsrecht für Verbraucher sowie eine Entschädigung für Kreditgeber bei vorzeitiger Rückzahlung im Höhe von höchstens ein Prozent der Kreditsumme. Banken müssen auf einem EU-weit einheitlichen Formblatt die tatsächlichen Zinssätze angeben

Informationen für Verbraucher, etwa der effektive Jahreszins, müssen auf einem Standardformblatt mitgeteilt werden, so dass die Kreditnehmer besser vergleichen und in ganz Europa den günstigsten Kredit ausfindig machen können.

Kreditvermittler müssen Provisionen offenlegen

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Vergabe von Hypotheken soll transparenter werden

Die Europäische Kommission will als Konsequenz aus der Finanzkrise die Vergabe von Hypotheken in der Europäischen Union transparenter und fairer machen. Einen entsprechenden Richtlinienvorschlag hat die EU-Behörde am 31.03.2011 in Brüssel vorgestellt.

Der Vorschlag sieht eine umfassende Information der Kreditnehmer und Pflicht zu Prüfung ihrer Bonität vor. Irreführende Werbung soll verhindert werden. Jeder Kreditnehmer soll mithilfe eines einheitlichen Merkblatts verschiedene europäische Anbieter besser vergleichen können. Die Vorschläge der Kommission werden jetzt von den Mitgliedstaaten und dem EU-Parlament diskutiert.

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Kreditvermittlungsbetrug - spanische Kredit-Vermittlungsagentur

Die Münchner Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft München haben gegen Verantwortliche einer spanischen Vermittlungsagentur (Best of Inc., Vermittlungsagentur, Apartado 988, E – 07080 Palma de Mallorca) wegen Verdachts des Kreditvermittlungsbetruges.

Einer bislang unbekannten Anzahl von Kreditsuchenden, die durch Zeitungsanzeigen wie "Kredite – seriös und sicher" in verschiedenen Tageszeitungen sowie durch einen Internetauftritt auf der Webseite www.bestof-inc.com akquiriert werden, wird vorgetäuscht, dass sie nach Leistung von Vorkosten in den Genuss langfristiger Kredite mit äußerst niedrigen Zinszahlungen kommen könnten.

Die Verantwortlichen der spanischen Briefkastenfirma treten hierbei lediglich als „Vermittler“ zwischen den Kreditsuchenden und einem Kreditgeber, der "anonym bleiben wolle", auf. Kontakte zu den spanischen Verantwortlichen finden über Telefon bzw. Fax eines Dienstleistungsunternehmens in Deutschland statt. Die Gesamtzahl der bislang geschädigten Kunden ist nicht bekannt. Die Münchner Kripo behandelt derzeit fünf Fälle von Geschädigten im gesamten Bundesgebiet. Bislang dürfte eine sechsstellige Summe als Provision an die Betrüger gezahlt worden sein. (Quelle: Polizeipresse Bayern v. 15.06.07)

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Auslandskredit ohne Schufa

Das der Schweiz ansässige Finanzunternehmen Fidium Finanz AG hatte geklagt. Es vergab Kredite im Umfang von 2.500 Euro oder von 3.500 Euro zu einem Effektivzins von 13,94 Prozent per anno an im Ausland ansässige Kunden. Etwa 90 Prozent dieser Kredite wurden an in Deutschland wohnende Personen vergeben. Sie wurden über einen Internetauftritt angeboten, der von der Schweiz aus verwaltet wird. Fidium vergab die betreffenden Kredite, ohne zuvor eine Schufa-Auskunft über die Kunden einzuholen und verfügte nicht über die erforderliche Erlaubnis für die Ausübung dieser Tätigkeiten in Deutschland.

Nach deutschem Recht bedarf jeder, der in Deutschland gewerbsmäßig Bankgeschäfte betreiben oder Finanzdienstleistungen erbringen will, der schriftlichen Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin). Dabei ist nach der deutschen Regelung solchen Unternehmen, die nicht mindestens eine Zweigstelle in Deutschland haben, diese Erlaubnis zu versagen. Der Europäische Gerichtshof entschied jetzt, dass diese Regelung mit dem Gemeinschaftsrecht vereinbar ist (Urteil vom 03.10.2006, Az.: C-452/04).

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