gegen Trickdiebe und Trickbetrüger

Aussetzung oder Löschung eines Dauerauftrags muss kostenlos sein

Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 12.09.2017 (XI ZR 590/15) die pauschal erhobenen Gebühren einer Sparkasse für die benannten Fälle als unzulässig angesehen. Zwar sind Gebühren nicht in jedem Fall per se unzulässig, die beklagte Sparkasse hatte jedoch keine Differenzierungen vorgenommen. Sie hatte für die Änderung eines Dauerauftrags pauschal zwei Euro in Rechnung gestellt, für die benannten Kundenbenachrichtigungen pauschal fünf Euro und für das Führen eines Pfändungsschutzkontos sieben Euro.

Für die Aussetzung oder Löschung eines Dauerauftrags darf keine Gebühr erhoben werden. Für Kundenbenachrichtigungen, nachdem eine Überweisung mangels Kontodeckung nicht ausgeführt wurde oder Lastschriften oder Einzugsermächtigungen fehlgeschlagen waren, müssen Gebühren zwingend an den tatsächlich anfallenden Kosten ausgerichtet sein. Extragebühren für ein Pfändungsschutzkonto sind in aller Regel unzulässig.

Für Verbraucher bedeutet dies, dass die Zahlung entsprechender pauschal erhobener einschlägiger Bankgebühren verweigert werden kann. Zudem können auch bereits bezahlte Gebühren innerhalb der Verjährungsfrist zurückgefordert werden.

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband v. 12.09.17

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Postbank Girobriefumschlag und Zusendung von Kontoauszügen kosten ab 2018

Viel Senioren und Menschen mit wenig Einkommen werden benachteiligt. Bisher hatten die Kunden einmal pro Kalenderjahr Anspruch auf zwölf Freiumschläge. Nur wer damit nicht auskam, musste für das nächste Dutzend 8,40 Euro zahlen. Künftig ist dieser Betrag ab sofort fällig. Betroffen sind das Standardkontenmodell (Giro plus) und Konten ohne Überziehungsmöglichkeit. (Giro Basis)

Wenn Sie als Kontomodell das Giro extra plus nutzen (das ist das teuerste Privatkontenmodell), ändert sich für Sie nichts. Sie können weiterhin einmal pro Kalenderjahr kostenfrei eine Serie Girobriefumschläge (12 Stück) bestellen.

Wie begründet die Postbank dieses Vorgehen: "Das Herstellen der Girobriefumschläge braucht Berge von Papier, außerdem ist das Bearbeiten sehr aufwendig. Wir bieten Ihnen komfortable Alternativen. Damit fördert die Postbank Nachhaltigkeit und schützt die Umwelt". Aber lt. Postbank-Pressesprecher nutzt nur noch ein kleiner einstelliger Prozentsatz der fünf Millionen Privatkunden Girobriefe oder lässt sich Auszüge zuschicken Da muss der Wegfall der Briefe /Quartalskontoauszüge ja eine enorme Einsparung sein?

Den kostenlosen Quartalskontoauszug gibt es dann nicht mehr. Für 1,90 € kann man sich einen "Finanzstatus" erstellen lassen. Wer alt oder krank ist und kein Onlinebanking macht, ist der Dumme. Entweder er zahlt oder muss zum Kontoauszugsdrucker gehen, was oft längere Wege und auch Fahrgeld bdeutet.

Die Gebühren für Auslandsüberweisungen in Fremdwährungen steigen bei Onlinebanking von 1,50 auf mindestens acht Euro, am Telefon oder mit Girobrief von 8,50 auf mindestens zwölf Euro.

Quelle: www.postbank.de v. 19.10.17.Newsletter Verbraucherzentrale Bundesverband v. 30.10.17

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Bankfilialen schließen - Problem für Senioren

Immer mehr Bankfilialen mit persönlichen Ansprechpartnern schließen. Wenn überhaupt, bleiben nur noch Automaten. Senioren haben hohe Einlagen bei den Banken, oft sogar die Ersparnisse eines ganzen Lebens. Aber der Kunde ist längst nicht mehr König.

Die Folge sind lange Wege, kostenpflichtige Fahrten mit Öffis zur nächsten Filiale. Die Lebensqualität sinkt. Manchmal bleiben statt der Filiale nur noch ein Service-Buchungsautomat und ein Geldautomat. In vielen Supermärkten und Tankstellen kann man zwar auch Geld abheben. Aber wie erledigt man seine Buchungsgeschäfte?

Nur wenige Senioren nutzen Onlinebanking oder erledigen Überweisungen mit dem Smartphone. Ein Serviceautomat der Bank bedeutet für viele Senioren technisch unüberwindliche Hürden. Man ist unsicher, läuft etwas schief, ist kein Ansprechpartner vor Ort.

Als die Deutsche Bahn seinerzeit die Fahrkartenbuchung am Automaten einführte, standen zumindest in Hannover Bahnangestellte neben dem Automaten und halfen bei der Buchung. Warum können die Banken ihren Kunden nicht auch vorübergehend am Automaten zur Seite stehen? Die Banken könnten in den aufgelösten Filialen Kurse für die Benutzung der Serviceautomaten anbieten. Oder vielleicht könnte ein Aufruf in der örtlichen Presse auch ehemalige Bankangestellte zu Schulungen auf ehrenamtlicher Basis motivieren, ähnlich wie beim Senioren-Handwerkerdienst. Die ältere Generation hält ihrer Sparkasse/Bank jahrelang die Treue. Sie nun so auszugrenzen und im Regen stehen zu lassen ist eine Unverschämtheit.

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Was bedeutet kostenloses Girokonto?

Wo gibt es noch kostenlose Girokonten?

Wenn die Ausstellung der Girokarte Geld kostet, ist das Konto nicht mehr kostenlos. Das Gebührensytem der Banken und Sparkassen ist schwer durchschaubar, Vergleiche lassen sich kaum machen. Da gibt es Konten mit hoher Grundgebühr, Konten ohne Grundgebühr bei denen aber Überweisungen extra bezahlt werden müssen.

In Deutschland gibt es derzeit noch 23 Banken, die Gratiskonten ohne Bedingungen anbieten. Bei diesen 23 Konten sind alle Onlinebuchungen inklusive, die Girocard kostenlos und der Kunde muss keine Bedingungen erfüllen.

Finanztest Heft 8/2017 hat 231 Kontomodelle von 104 Banken getestet. Bei 23 Konten sind alle Onlinebuchungen inklusive, die Girocard kostenlos und der Kunde muss keine Bedingungen erfüllen. So sind z.B. die DKB Bank, die EdekabankI, ING-Diba und regionale PSD-Banken noch kostenlos.

Das Landgericht Stuttgart wird am 09.11.2017 in einem von der Wettbewerbszentrale geführten Verfahren über die Werbung mit einem „gebührenfreien“ Girokonto der Sparda-Bank Baden Württemberg verhandeln (AZ. 35 O 57/17 KfH).

Wettbewerbszentrale beanstandet Sparda Bank-Werbung für kostenloses Girokonto

Die Wettbewerbszentrale hat erneut eine Sparda Bank wegen Werbung für ein vermeintlich kostenloses Girokonto abgemahnt („Das gebührenfreie SpardaGirokonto“). Die Selbstkontrollinstitution der Wirtschaft für fairen Wettbewerb hält die betreffende Werbung für irreführend, weil der Kunde für die Bankcard erst einmal 10 Euro zahlen muss.

Diese soll er erstattet bekommen, wenn er im Jahr mehr als 100 bargeldlose Umsätze über das Konto abwickelt. Wenn der Kunde aber erst einmal 10 Euro zahlen muss, um unter Umständen ggf. erst nach einem Jahr eine entsprechende Erstattung zu erhalten, bedeutet das aus Sicht der Wettbewerbszentrale, dass das Konto eben nicht kostenlos ist.

Erst im Januar 2017 hatte das LG Düsseldorf auf Antrag der Wettbewerbszentrale einer anderen Sparda-Bank die Werbung mit einem kostenlosen Girokonto untersagt, weil im damaligen Fall die für die Benutzung des Kontos erforderliche Bankkarte dem Kunden mit 10,00 Euro in Rechnung gestellt wurde (LG Düsseldorf, Urteil vom 06.01.2017, Az. 38 O 68/16).

Quelle: www.wettbewerbszentrale.de v. 26.06.17

Netbank kassiert für kostenloses Girokonto

Die Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) hat die Netbank daher abgemahnt.Sie hat ein kostenloses Girokonto beworben, obwohl Gebühren von monatlich 3,50 Euro schon längst ausgemachte Sache sind. Ein deutlicher Hinweis auf die baldige Einführung des Entgelts zum 1. April 2017 fehlte jedoch. Von Seiten der Verbraucherzentrale heißt es: "Wir halten es für unlauter, dass die Netbank Verbrauchern diese wichtige Information vorenthält". Würde sie ordentlich auf das Entgelt verweisen, nähmen viele Menschen sicherlich Abstand von einem Kontowechsel. "Zwar wird die Bank mit einer Kontoführungsgebühr von 42 Euro pro Jahr nicht einmal zu den teuren gehören, doch die Mehrheit der neuen Kunden dürfte sich trotzdem über den Tisch gezogen fühlen."

Quelle: www.n-tv.de v. 13.02.17

Das Landgericht Düsseldorf hat einer Sparda Bank die Werbung mit einem kostenlosen Girokonto untersagt

Die Wettbewerbszentrale (www.wettbewerbszentrale.de) ließ die Werbung einer Bank mit kostenlosen Girokonto als irreführend untersagen. Das Landgericht Düsseldorf hat auf Antrag der Wettbewerbszentrale einer Sparda Bank die Werbung mit einem kostenlosen Girokonto untersagt (Urteil vom 06.01.17, Az. 38 O 68/16). Zwar erhebt die Bank keine Kontoführungsgebühren, kassiert aber für die Girocard 10 Euro jährlich. Dass Kreditinstitute im Zuge der anhaltenden Niedrigzinsphase Kontomodelle ändern oder Girokonten nicht mehr kostenlos anbieten, sei zwar nicht per se wettbewerbswidrig. Allerdings müssten Kunden über entstehende Kosten transparent aufgeklärt werden.

Quelle: www.wettbewerbszentrale.de v. 10.01.17

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Klassensystem für Privatkunden

Banken bilden Kunden-Klassen. Ärmere Kunden zahlen die höchste Gebühr. Die Hypovereinsbank teilt ihre Kunden in Gold-, Silber- und Bronzekunden ein. Wer nur ein Girokonto samt Kreditkarte bei der Bank führt, gilt als Bronze-Kunde und bekommt lediglich 25 Prozent Rabatt auf die Girokonto-Gebühr.

Silberkunde: Halbe Girokontogebühr sparen Kunden, wenn sie mindestens 25.000 Euro an Vermögen auf HVB-Konten sammeln oder in Form eines Immobilienkredits abbezahlen. Allerdings müssen sie dann auch noch drei weitere Produkte bei der HVB abgeschlossen haben.

Goldkunde: Hat ein Kunde mindestens 75.000 Euro an Vermögen bei der Bank oder einen Immobilien-Kredit in gleicher Höhe abbezahlt. Zudem muss er mindestens fünf Produkte bei der Bank abgeschlossen haben.

Andere Banken ziehen nach. Hilft nur, Bank wechseln.

Quelle: Newsletter Verbraucherzentrale Bundesverband v. 09.08.16

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