gegen Trickdiebe und Trickbetrüger

Gewinnmitteilung darf nichts kosten

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) verbietet (Urteil vom 18.10.2012 - C-428/11) mit verschleierten Kosten verbundene "Sie haben gewonnen"-Werbungen.

Kein Geld für eine Briefmarke oder ein Telefonat: Wer einen Preis gewinnt, muss anschließend nicht dafür draufzahlen. Werbung mit Gewinnversprechen ist irreführend und verboten, wenn Umworbene in irgendeiner Form zur Kasse gebeten werden. Das Verbot gilt für jede auch noch so geringe Ausgabe – Briefmarke oder Rückruf inklusive.

Mit dem obersten Richterspruch sollen Verbraucher europaweit vor unnötigen Kosten und unlauteren Geschäftspraktiken besser geschützt werden, heißt es in der Begründung.

Auch in Deutschland ist der Abruf vollmundig angekündigter Preise – meist für Reisen – von vermeintlichen Glückspilzen oft nur mit erheblichen Zuzahlungen möglich. Oder es muss etwa, um Höhe und Modalitäten des Gewinns zu erfahren, eine teure 0900-Nummer angerufen werden. Das Telefonat kostet dann mehr, als der Gewinn wert ist.

In erster Linie dienen Gewinnankündigungen nicht dazu, Preisträger zu beglücken, sondern Firmen wollen bequem an persönliche Namen und Adressen kommen, um sie lukrativ anderen Unternehmen für erneute Werbezwecken zu verkaufen.

Betroffene, die eine Gewinnmitteilung erhalten, können sich an die Verbraucherzentrale wenden, die gegen unzulässige Gewinnspielwerbung juristisch vorgehen kann.

Quelle: Verbraucherzentrale NRW v. 18.10.12

Die Verbraucherzentrale Bayern hat die Firma Bio Fit & Vital wegen des von ihr betriebenen Preisrätsels "Tanken" abgemahnt, weil Teilnehmer, die einen Reisegutschein gewonnen hatten, nach Buchung der Reise eine Rechnung über eine Bearbeitungsgebühr pro Person von 49,- Euro und Kosten für eine Reiseversicherung erhielten. Ist eine Leistung als Preis oder Gewinn bezeichnet, dann darf die Auszahlung nicht von einer Gegenleistung abhängig gemacht werden.