gegen Trickdiebe und Trickbetrüger

Kredite an Senioren, Altersdiskriminierung

AG München: Betagten Kunden darf Ratenzahlung versagt werden

Eine 84-Jährige hatte bei einem Teleshoppingsender mit Onlinewarenhaus Schmuck bestellt. Die angebotene Zahlungsform "Teilzahlung in Raten" wurde ihr aufgrund ihres Lebensalters verweigeri. Daraufhin klagte die Kudin wegen Altersdiskriminierung.

Das AG München ( Urteil vom 13.04.2016 - 171 C 28560/15) hat die Klage abgewiesen. Die Klägerin habe keinen Anspruch auf Schadensersatz wegen unzulässiger Diskriminierung. Ein Teilzahlungsgeschäft sei definitionsgemäß eine auf einen längeren Zeitraum angelegte geschäftliche Beziehung. Zwar seien ältere Personen, die regelmäßig Renten oder Pensionen bezögen, grundsätzlich als solvente Schuldner einzustufen, da sie über ein geregeltes und sicheres Einkommen verfügten. Allerdings steige mit zunehmendem Alter auch das Risiko des Ablebens. Ein Forderungsübergang auf den Nachlass im Sterbefall mit erheblichen wirtschaftlichen Risiken verbunden.

Das vom Berufungsgericht bestätigte Urteil ist inzwischen rechtskräftig, nachdem die Revision am 09.01.2018 zurückgenommen wurde.

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Altersdiskriminierung

Rentner haben es nicht immer leicht, einen Kredit zu bekommen, selbst wenn es sich um einen Kleinkredit handelt. Je nach Bank wird ab schon ab 64 Jahren, fasst immer aber ab 74 Jahren ein Kredit verweigert. Hohes Alter ist häufig der entscheidende Minuspunkt bei der Entscheidung über die Kreditwürdigkeit. Dabei haben sie ein festes Einkommen und können nicht gekündigt werden.

Wenn Banken Kreditwünsche aus sozusagen biologischen Gründen ablehnen, verweisen sie meistens auf das hohe Todesfallrisiko. Erklärt sich die Bank doch zu einer Kreditvergabe bereit, wird der Senior zu einer teuren Restschuldversicherung für den Todesfall, oder zu einer Bürgschaft oder Verpfändung eines Wertgegenstande gedrängt.Sogar nahe Angehörige sollen in den Vertrag miteinbezogen werden. Wer den Kredit aber unbedingt braucht, sollte sich von seiner Bank nicht einfach abspeisen lassen

"Protestieren lohnt sich oft" sagt Hanne Schweitzer vom Verein gegen Altersdiskriminierung. So berichtete ihr ein Rentner, dass er nach einer Beschwerde beim Vorstandsvorsitzenden der Postbank doch noch eine Kreditkarte erhalten habe.

Wenden Sie sich im Ablehnungsfall an ihre Verbraucherzentrale und haben Sie keine Scheu, auch mal die Presse zu informieren.

Quelle: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen v. 20.12.05, Verbraucherzentrale Bayern v. 13.05.10

Wie Senioren auch beim Einkauf im Internet diskriminiert werden, lesen sie im Bericht

Altersdiskriminierung ist nicht hinnehmbar. Schreiben Sie an Ihren Bundestagsabgeordneten, wenden Sie sich an die Medien, an die Verbraucherzentrale und an das Büro gegen Altersdiskriminierung in Köln.