gegen Trickdiebe und Trickbetrüger

Auto, Geld gewonnen - Gewinn mit Vorkasse

Zahlen Sie keine Gebühren, um an den vermeintlichen Gewinn zu kommen.

BKA und Bundesnotarkammer warnen

Wer gewinnt, muss nichts bezahlen

Aktuell: Mit einer neuen Masche wird versucht, die Rechner der Opfer mit Fernwartungssoftware zu infizieren. Besonders weit mit der Umschulung sind die Scammer offenbar noch nicht, dennoch bestünde das Potenzial einer ernsthaften Bedrohung (Quelle: Newsletter www.buerger-cert.de v. 24.07.14).

Bundesweit wird Bürgerinnen und Bürgern per Telefon, Fax, Post oder E-Mail mitgeteilt, dass Sie Empfänger eines hohen Gewinns seien. Die Polizei in Deutschland verzeichnet seit 2010 über 37.000 Personen, die Opfer dieser Art des Betruges geworden sind. Fachleute von Polizei und Justiz gehen jedoch von einem hohen Dunkelfeld aus.

Die Betrüger gehen immer gerissener vor, sie wirken seriös, kennen oft auch Details, wie z.B.ein bestehendes Gewinnspiel-Abo, und erschleichen sich so das Vertrauen ihrer Opfer. Bestätigungsanrufe durch angebliche Anwaltskanzleien, Notare oder Polizeidienststellen sollen die Opfer in Sicherheit wiegen.

Mit Stand 01.06.2015 wurden von den Generalstaatsanwaltschaften 59 Verfahren (2014: 46 Verfahren) an das BKA gemeldet. Der in diesen Verfahren angerichtete Gesamtschaden beträgt 131.984.393,16 Euro (2014: 117.160.548 Euro). Insgesamt wurden 1.133.974 Personen (2014: 1.012.885) geschädigt. Es ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen. In einzelnen Ermittlungsverfahren lag die Anzeigenquote bei maximal 10 % der Fälle. Aus Call-Centern in der Türkei agierende Täter, die sich auch als Rechtsanwälte oder Notare ausgeben, informieren die Angerufenen beispielsweise über den angeblichen Gewnn. (Quelle: Polizeipresse Mittelhessen v. 03.08.16)

In aller Regel erhalten oftmals ältere Menschen per Telefon die Mitteilung, sie haben ein teures Auto oder einen größeren Gewinn in Höhe von mehreren zehntausend Euro gemacht. Der Anrufer gibt sich als zuständige Stelle für die Gewinnauszahlung aus, z.B. als Anwalt, Notar oder Geldtransportunternehmen. Die Opfer werden aufgefordert, sogenannte "UKash-Codes" oder Paysafe-Karten oder Amazon-Geschenkgutscheine käuflich zu erwerben und die Codes dem Anrufer mitzuteilen. Die Codes werden von den Betrügern genutzt, um im Internet zum Beispiel an gebührenpflichtigen Spielen teilzunehmen. Bei UKash und Paysafe selbst handelt es sich um seriöse Unternehmen. Leider wird das schnelle und anonyme Bezahlverfahren gerne von Betrügern genutzt.
Geben Sie nie Karten-Codes an Dritte weiter! Mit der Bekanntgabe von Codes ist Ihr Geld in den Händen von Fremden. Bargeld würden Sie ja auch nicht einfach an Unbekannte geben!

Auch ein Geldtransfer ins Ausland per Western Union wird gefordert.

In einigen Fällen geben sich die Kriminellen sogar rhetorisch geschickt als Polizei- oder Zollbeamte aus und bitten die Opfer den Zahlungsforderungen nachzukommen, damit die Kriminellen beim Empfang des Geldes festgenommen werden könnten.

Ist man sich in der Bewertung eines solchen Anrufes oder Schreibens unsicher, kann man sich jederzeit Rat bei der Polizei holen. Und überhaupt könnten die anfallen Gebühren ja vom "Gewinn" abgezogen werden.

Alle Alarmglocken sollten schrillen, wenn anonyme Zahlungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Übergabe von Codenummern aus U-cash, Amazongutscheinen oder ähnlichen Unternehmen genutzt werden sollen oder wenn die Transaktion durch entsprechende Firmen wie zum Beispiel Western Union ins Ausland erfolgen soll.

Gefälschte Rufnummern

Seien Sie sich bewusst, dass Rufnummernanzeigen gefälscht werden können!

Tatsächlich sind die Rufnummern z.B. von angeblichen Rechtsanwälten, über einen Trick nur vorgeschaltet und werden bei Anruf automatisch zu den gewerbs- und bandenmäßig agierenden Tätern durchgestellt. Falls der Angerufene zunächst noch misstrauisch sein sollte und die angegebene Telefonnummer zurückruft, so meldet sich tatsächlich der vermeintliche Notar oder Rechtsanwalt. Bestehende Zweifel werden so zerstreut.

Unbekannt ist vielen aber, dass es technisch kein Problem ist, eine Telefonverbindung mit allen deutschenkn Vorwahlziffern so einzurichten, dass der Anruf zu einem Callcenter in der Türkei führt (Call ID Spoofing). Notieren Sie sich die Rufnummer des Anrufers! Teilen Sie diese Rufnummer auf jeden Fall auch der Bundesnetzagentur mit. Die Bundesnetzagentur wird diese Rufnummern sperren.

Die Ermittler sprechen in solchen Fällen von einem so genannten Vorschussbetrug. Die Täter sind nur äußerst schwierig zu ermitteln, da sie in den allermeisten Fällen aus dem Ausland operieren, über entsprechende Insiderkenntnisse verfügen und sich sehr stark abschotten.

Die Kriminalpolizei und die Bundesnotarkammer empfehlen daher:

Das BKA rät: Sollten Sie bereits auf Grund eines solchen "Geschäftes" Zahlungen geleistet haben und sich betrügerisch geschädigt fühlen, erstatten Sie Strafanzeige bei dem Betrugskommissariat Ihrer örtlichen Polizeidienststelle.

Schaubild Gewinnversprechen arbeitsteiliges Vorgehen der Betrüger Wie die betrügerischen Banden arbeitsteilig vorgehen ist gut aus dem Schaubild der Polizei Oldenburg zu erkennen. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück (Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität) und die Zentrale Kriminalinspektion Oldenburg führen seit mehreren Jahren umfangreiche Ermittlungen aufgrund betrügerischer Gewinnversprechen gegen eine Vielzahl von Beschuldigten. Diese gehören verschiedenen Tätergruppierungen aus Deutschland und der Türkei an. Im Rahmen der Ermittlungen konnten mehrere Tätergruppierungen identifiziert und deren arbeitsteiliges Vorgehen nachvollzogen werden. Sie verursachten vermutlich einen Schaden von mindestens 13,5 Millionen Euro bei insgesamt 3.500 Geschädigten.

Die Dunkelziffer dürfte noch wesentlich höher liegen, da die Geschädigten sich häufig für ihre vermeintliche Leichtgläubigkeit schämen und daher nicht offenbaren, Opfer einer Straftat geworden zu sein. Selbst die nahen Angehörigen werden oft nicht informiert. Hinweise zur Höhe der Dunkelziffer bietet die Verbindungsdatenanalyse. Hier wurden zu einer täterseitig genutzten Rufnummer innerhalb von 5 Wochen 31.000 Opfergespräche verzeichnet.

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit den türkischen Ermittlungsbehörden konnten mehrere Callcenter in der Türkei, aus denen die betrügerischen Telefonate erfolgten, identifiziert und die Verantwortlichen ermittelt werden. In einer konzentrierten Aktion der türkischen Ermittlungsbehörden wurden 88 Personen, darunter auch der nach derzeitigem Ermittlungsstand Hauptverantwortliche S. Tanlak, vorläufig festgenommen werden. Gegen 11 dieser Bandenmitglieder der Gruppierung Tanlak wurden Haftbefehle erlassen. Zudem wurden diverse Vermögensgegenstände sichergestellt (Quelle: Zentrale Kriminalinspektion Oldenburg v. 18.03.15).


Eine Leserin der Pfiffigen Senioren, deren Mutter betrogen wurde, bringt diese Betrugsmasche auf den Punkt: Erschreckend, wie geschickt mit dem Respektverhalten einer Generation gegenüber Notaren, Anwälten und Menschen mit Dr.-Titel umgegangen wird.

Hier werden ganz gezielt Senioren kontaktiert, um ihnen entweder hohe Bargeldsummen bzw. hochwertige Pkw als Gewinn in Aussicht zu stellen, nur um dann im Anschluss unter einem Vorwand (z.B. Überführungskosten, Gebühr für Gewinnverwalter, Vollkasko, Transaktionskosten, Transportversicherung, Zollgebühren, Freischaltungsgebühr, Auslagen, Steuern, Gewinnsteuern, Verwaltungsgebühr, Geldwäschebescheinigung, Bearbeitungsgebühr, Anwaltsgebühr, Kosten für den Werttransport, Vollmachtsgebühr ), Bargeld zu fordern. Durch die spezielle Art und Weise des Geldtransfers ist ein etwaiges Rückbuchen nicht mehr möglich. Das Bargeld wird hier dem Dienstleister vor Ort in bar übergeben und ist für den Geschädigten im Nachhinein nicht mehr greifbar

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Sicherheitstransportfirma will 50.000 Euro vorbeibringen

Bei einem 36-jährigen Mann aus Hess. Oldendorf rief ein Telefonbetrüger an. Er gab vor, von einer Sicherheitstransportfirma zu sein. Er habe den Auftrag, einen Geldgewinn von in Höhe von fast 50.000 Euro zu transportieren und an den 36-Jährigen, der dieses Geld gewonnen haben soll, persönlich zu übergeben. Da der Geldtransport mit Kosten verbunden sei, müssen vor der Geldübergabe anfallende Gebühren in Höhe von fast 1.000 Euro bezahlt werden.

Der Anrufer wies den Hess. Oldendorfer an, für den erforderlichen Betrag Zahlkarten zu kaufen und die dadurch erhaltenden Codenummern dem Geldtransportmitarbeiter zu übermitteln. Der 36-Jährige folgte den Anweisungen und teilte dem Anrufer tatsächlich die Bezahlcodes mit. Daraufhin meinte der Empfänger, der Gewinnbetrag habe sich auf über 90.000 Euro erhöht und daher sind auch die Transportgebühren gestiegen, die jetzt 5.000 Euro betragen sollten. Auch über diesen Betrag sollte der angebliche Gewinner Zahlkarten kaufen und die erhaltenden Codes dem Sicherheitsunternehmen übermitteln.

Erst jetzt wurde der 36-Jährige misstrauisch, brach die Aktion ab und meldete sich zur Anzeigenerstattung bei der Polizei. Leider zu spät; die fast 1000 Euro sind verloren

Quelle: Polizeipresse Hameln-Pyrmont/Holzminden, news aktuell v. 19.05.17

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Persönliche Zustellung von 49.000 Euro

Im jüngsten Fall wurde Geschädigten in der Verbandsgemeinde Diez mitgeteilt, dass sie bei einem Gewinnspiel 49.000 EUR gewonnen hätten. Um den Gewinn auch zu erhalten, sollten Guthabenkarten im Wert von 900 EUR gekauft und deren Individualnummern einem Sicherheitsunternehmen gemeldet werden. Diese Firma würde nach Zahlungseingang den hohen Geldbetrag persönlich zustellen.

Nachdem die 900 EUR "Gebühren" abgebucht waren, erfolgte ein erneuter Anruf der vermeintlichen Firma. Jetzt wurde ein Gewinn von 94.000 EUR in Aussicht gestellt, der aber von einer erneuten hohen Gebührenforderung abhängig sei. Zum Glück gingen die Geschädigten auf diese nicht mehr ein, blieben aber trotzdem auf dem Schaden von 900 EUR sitzen.

Die Polizei warnt hiermit erneut vor dieser Gutschein-Abzocke per Telefon und rät, dass sich die Verbraucher nicht von vermeintlichen Geldgewinnen am Telefon blenden lassen sollen.

Quelle: Polizeipresse Montabaur, news aktuell v. 10.05.17

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Gewinnanruf im Namen der Zeitschrift Stern

Eine langjährige Abonnentin der Zeitschrift "Stern" erhielt von einem vermeintlichen Mitarbeiter des Verlags einen Anruf, in dem ihr ein Gewinn 34.000 Euro in Aussicht gestellt wurde, den sie bei einem Preisausschreiben gewonnen habe. Die Übergabe soll am Folgetag nach nochmaliger telefonischer Rücksprache und Anzahlung von 600 Euro zur Abwicklung von Notarkosten erfolgen. Der Anrufer meldete sich nochmals telefonisch am Folgetag, erschien jedoch nicht zur Geldübergabe.

Quelle: Polizeipresse Ludwigshafen, news aktuell v. 10.05.17

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900 Euro zahlen, um 39.000 Euro zu erhalten

Fall 1

Am vergangenen Donnerstag, 27.04.2017, erhielt eine 64-jährige Frau aus St.Tönis telefonisch eine Gewinnmitteilung in Höhe von 39.000,-EUR in bar. Dieser Betrag sollte am nächsten Tag von der Firma Delta Security AG aus München überbracht werden. Das Opfer schöpfte jedoch Verdacht und prüfte die Angaben zu Firma und Telefonnummer im Internet. Sie fand die Bestätigung, dass es sich um eine betrügerisch agierende Bande handelt. Die angebliche Firma wollte am nächsten Tag die Übergabemodalitäten vereinbaren.

Die Dame informierte daraufhin die Polizei in Kempen. Für den Fall einer Übergabe liefen die Vorbereitungen für einen Zugriff an der Wohnanschrift, als sich die Täter erneut meldeten. Das Opfer erhielt die Anweisung, Steamkarten in Höhe von 900,-EUR zu erwerben, die dem Security-Unternehmen ausgehändigt werden sollten. Steam ist ein Online-Games-Shop, bei dem Sie über vorher erworbene Guthabenkarten zum Beispiel Ausrüstungen für Computerspiele freischalten können.

Die Dame ließ sich auf Weisung der Kriminalpolizei zum Schein darauf ein. Es handelt sich dabei um Gutscheinkarten, die in Einzelhandel zu erwerben sind. Unter dem Vorwand, dass die Echtheit der Steamkarten überprüft werden müsse, forderten die Betrüger das Opfer auf, die Codenummern der Karten mitteilen und dazu die Codefelder freirubbeln. Nur so könne die Gewinnausschüttung autorisiert werden. Dies lehnte die St.Töniserin jedoch ab.

In mehreren Anrufen übten die Täter Druck aus und bestanden auf Mitteilung der Codenummern. Die Verhandlungen nahmen anschließend ein Ende. An der Wohnanschrift tauchten die angeblichen Geldüberbringer nicht mehr auf. Die Ermittlungen zu der Scheinfirma Delta Security AG aus München erbrachten Hinweise auf eine Vielzahl bekannt gewordener Taten bundesweit, genau nach diesem Schema.

Quelle: Polizeipresse Viersen, news aktuell v. 02.05.17

Fall 2

Einen Anruf von einem angeblichen Angestellten der Bundesbank erhielt ein Verbraucher aus Osnabrück kürzlich. Dieser gratulierte dem Verbraucher zu einem Gewinn in Höhe von 39.000 Euro. Das Geld soll per Sicherheitsdienst überbracht werden. Dafür müsse der Verbraucher 900 Euro in Form von Steam-Guthabenkarten zahlen. Steam ist ein Online-Games-Shop, bei dem Sie über vorher erworbene Guthabenkarten zum Beispiel Ausrüstungen für Computerspiele freischalten können. Zahlen Sie nicht. Rat und Hilfe erhalten Sie bei Ihrer Verbraucherzentrale.

Quelle: VORSICHT FALLE, Warnliste der Verbraucherzentrale Niedersachsen v. 19.04.17

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Ca. 100.000 Euro an türkische und bulgarische Konten überwiesen

Der Hausbank einer 75-jährigen Münchnerin fielen verdächtige Geldbewegungen auf dem Konto der Rentnerin auf. Die 75-Jährige hatte im Zeitraum von Juli 2015 bis Dezember 2016 insgesamt ca. 100.000 Euro an türkische und bulgarische Konten überwiesen, beziehungsweise Geld per Western Union in die Türkei transferiert.

Die Rentnerin hatte seit Sommer 2015 wöchentlich, phasenweise sogar täglich, telefonischen Kontakt zu unbekannten Tätern. Die Anrufe der Täter dürften von türkischen Callcentern aus erfolgt sein.

Die Täter gaben an, dass die Rentnerin einen hohen Geldbetrag gewonnen hätte. Die 75-Jährige müsste für die Auszahlung des Betrages aber zunächst selbst Geld überweisen. Üblicherweise geben die Täter vor, dass diese Kosten durch Rechtsanwalts- oder auch Notarkosten verursacht werden und zur Auszahlung des versprochenen Hauptgewinnes erforderlich sind.

Nach Angaben der Rentnerin konnte sie sich nicht selbstständig gegen die forschen Forderungen der unbekannten Täter zur Wehr setzen. Sie hätte auch weiterhin Geld ins Ausland überwiesen, in der Hoffnung das bereits verlorene Geld wiederzubekommen. Selbst den Vernehmungstermin wollte sie aus Angst den Anruf bzgl. der endgültigen Geldübergabe zu verpassen zunächst nicht wahrnehmen.

Quelle: Polizeipresse Bayern v. 27.03.17

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Betrugsmasche: Notargebühren werden vom Gewinn überwiesen

Ein Aalener erhielt das Gewinnversprechen, in diesem Fall über 20.000 Euro, und erhielt auch die Aufforderung, zunächst 700 Euro Notarkosten zu überweisen. Als er widersprach und das als möglichen Trick enttarnte, wurde ihm die Möglichkeit aufgezeigt, die 700 Euro von seinem Gewinn abzuzweigen. Wenn er damit einverstanden ist, bekäme er das benötigte Geld auf sein Konto überwiesen und müsse es nur weiterleiten.

Mit dieser Variante zeigte sich der Aalener einverstanden und, wie eigentlich gar nicht erwartet, trudelte bei ihm auf dem Konto tatsächlich eine 700-Euro-Überweisung ein. Das Geld, das ihm ja scheinbar tatsächlich gehörte, konnte er ja weiterleiten, glaubte er. Und als dann der versprochene Gewinn nicht eintraf, ging er nicht zur Polizei, denn die 700 Euro fehlten ihm ja nicht wirklich, da er sie ja zuvor nicht besessen hatte.

Die Polizei wurde aber durch jemanden anderen auf den Plan gerufen. Bei einer Polizeidienststelle irgendwo in Deutschland hatte ein Mann Anzeige erstattet, weil er für einen Fernsehkauf bei einer Internetversteigerung 700 Euro bezahlt, das bezahlte Gerät aber nie erhalten hatte. Als Verkäufer nannte der Anzeigeerstatter unseren Aalener und der erhielt nun Besuch von der Polizei. Er fiel aus allen Wolken, denn er hatte nie einen Fernseher zum Kauf angeboten, allerdings, wie sich herausstellte, tatsächlich das Geld des Internetbieters erhalten. Und das war so gekommen:

Der Fernsehkäufer war in der Auktion unterlegen, aber als Bieter für die Betrüger erkennbar. Die nahmen Kontakt mit ihm auf und erzählten ihm, dass der Bieter, der den Zuschlag erhalten hatte, vom Kauf zurückgetreten wäre und er jetzt das Gerät zu seinem Gebot erhalten könne. Dafür müsse er diesen Betrag nur zuvor überweisen. Als Empfängerkonto-Inhaber wurde unser Aalener benannt. Der war nun im Besitz der 700 Euro "aus seinem Gewinn" und schloss den Betrugskreislauf, als er die 700 Euro des Fernsehkäufers weiterleitete.

Betrogen ist nun zunächst der Fernsehkäufer. In der Folge können nun aber sicher die Transaktionen auch zivilrechtlich überprüft werden, wobei auch eine Schadensersatzpflicht des Aalener ins Spiel kommen könnte. Und auch die Polizei prüft, ob die Beteiligten sich strafrechtlich verantworten müssen; diese Ermittlungen laufen noch.

Quelle: Polizeipresse Aalen, news aktuell v. 05.01.17

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Gewinnspielbetrug per Handy

Am gestrigen Tag, 08.11.2016, wurde durch die Bergener Polizei eine Anzeige wegen versuchten Betruges aufgenommen. Ein finanzieller Schaden ist der Anzeigenerstatterin nicht entstanden.

Bereits am 03.11.2016 erhielt die 52-jährige Anzeigenerstatterin den ersten von mehreren Anrufen auf ihr Handy. Bei diesem Telefonat meldete sich ein angeblicher Mitarbeiter der Landesbank Berlin und gab der Gingsterin vor, sie hätte bei einem Gewinnspiel mehrere Zehntausend Euro gewonnen. Um den Gewinn ausgezahlt zu bekommen, müsse sie jedoch zuvor etwa 3.000 Euro auf ein Konto in der Türkei überweisen.

Um der Geschichte die notwendige Glaubwürdigkeit zu verleihen, wurde die 52-Jährige an eine Notarin, einen Buchhalter, einen Rechtsanwalt sowie einen scheinbaren Polizisten der Polizeidienststelle in Bergen (mit Telefonnummer des Polizeihauptreviers 03838 / 81 00) verwiesen, die allesamt eine Überprüfung durchgeführt haben wollen und die Richtigkeit des Gewinns bestätigt haben. Der Dame aus Gingst kam dies in der Zusammenfassung seltsam vor und vertraute sich einer Angehörigen an, woraufhin Anzeige erstattet wurde.

Quelle: Polizeipresse Stralsund, news aktuell v. 09.11.16

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Betrugsmasche mit gefälschten Telefonnummern (Call-ID-Spoofing)

Ein ganz normales Telefonklingeln, die Nummer im Display zeigt die Vorwahl einer deutschen Großstadt. Sie nehmen den Hörer ab: "Herzlichen Glückwunsch! Sie haben gewonnen!" Darauf fallen Sie natürlich nicht rein, jeden Tag liest man ja, wie Betrüger sich so das Geld leichtgläubiger Leute erschleichen. Dem Anrufer teilen Sie das genauso mit und legen auf. Einen Tag später klingelt das Telefon erneut. Wieder die Vorwahl einer deutschen Großstadt, die Nummer ist aber eine andere. "Die Rechtsanwaltkanzlei hier, wir wurden von der Lotterie-Gesellschaft beauftragt, Ihren Gewinn abzuwickeln." Sie hören sich an, was der Rechtsanwalt zu sagen hat. Ein Gewinn von mehreren Hunderttausend Euro! Sie bleiben dennoch skeptisch, obwohl man das Geld ja schon gut gebrauchen könnte. Also rufen Sie die Polizei und bringen den Sachverhalt zur Anzeige. Man sagt Ihnen, dass Sie richtig gehandelt haben, ihr Gefühl bestätigt sich: Mit mir macht man das nicht!

Eine Woche später klingelt das Telefon erneut. Ein Ortsgespräch, am anderen Ende der Leitung meldet sich ein Kriminalkommissar der Polizei: "Sie hatten doch Anzeige erstattet! - "Wir haben das geprüft" - "Wir möchten Sie ja nicht um Ihr Geld bringen" - "Die Lotteriegesellschaft ist seriös! Sie haben tatsächlich gewonnen! Herzlichen Glückwunsch".

Ein paar Tage später meldet sich der Rechtsanwalt wieder, das Geld ist bereits eingetroffen, es sind jedoch Auslagen entstanden, die Sie zunächst bezahlen müssten. Man hätte versucht das anders zu regeln, aber das klappt leider nicht. "Hätten Sie 25.000 EUR zur Verfügung?" Man versteht, dass das viel Geld ist, aber Sie haben ja noch viel mehr gewonnen... Sie bezahlen! Die 25.000 EUR werden auf ein Konto der Western Union überwiesen. Der versprochene Gewinn kommt jedoch nie an...

Der Mitarbeiter der Lotterie, der Rechtsanwalt, der Kriminalkommissar - alles Täter einer Betrugsbande. Der geschilderte Sachverhalt ist lediglich ein Beispiel. So oder ähnlich haben Betrüger bereits hohe Summen erbeutet. In Rheinland-Pfalz, in ganz Deutschland, in der Schweiz und in Österreich.

Strafrechtlich spricht man hier von einem Betrug. Bei dieser Betrugsmasche, dem sogenannten Call-ID-Spoofing, sind vorwiegend ältere Menschen Opfer der bundesweit agierenden Banden. Die Täter nutzen das Internet, um ihren wahren Aufenthaltsort zu verschleiern. Durch die Internettelefonie wird die eigentliche Rufnummer unterdrückt und durch eine "Voice-over-IP-Nummer" (VoIP) ersetzt. Diese VoIP trägt dann die Vorwahl der aktuell gebrauchten Stadt.

Die Täter sind redegewandt, haben auf jede Frage eine passende Antwort und verwickeln Sie gekonnt in ein Gespräch. Sie bleiben hartnäckig und nehmen jede Rolle ein, die notwendig ist, damit das Opfer ihnen glaubt. Sie schrecken auch nicht davor zurück, über Tage und Wochen anzurufen und setzen ihre Opfer zunehmend unter Druck.

Quelle: Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz, news aktuell v. 11.11.14

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Gewonnen, nur Ausweiskopie einsenden

Ein Rechtsanwalt oder eine ausländische Bank verspricht einen hohen Gewinn. Diesmal wird keine Vorausgebühr, sondern "nur" eine Ausweiskopie verlangt, z.B. zur Prüfung, ob man der rechtmäßige Gewinner ist.

Schicken Sie keine Ausweiskopie an Unbekannte

Was Betrüger mit Ihrer Ausweiskopie anrichten können, lesen sie bei Risiko: Kopie vom Personalausweis

Verwandte oder Freunde haben das Los gekauft

Eine Leserin der Pfiffigen Senioren hat eine Gewinnmitteilung über 1,9 Millionen Euro erhalten. Erstens schreiben die Betrüger, ein Bekannter habe das Gewinnlos für sie gekauft, der Name könne nicht genannt werden, aufgrund einer "rechtlichen Vereinbarung".
Zweitens sollte sie zunächst auch gar keine Bankverbindung angeben, sondern könnte einen Barscheck über die Summe einfordern - allerdings müsste ich auch zu diesem Zweck eine Kopie meines Personalausweises übersenden. Mit anderen Worten: die Betrüger haben ihre Anschreiben angepasst, und es könnte ja durchaus sein, dass auch andere Personen mit der Masche "jemand anderes, z. B. Verwandte/Freunde haben das Los gekauft" geködert werden sollen.