gegen Trickdiebe und Trickbetrüger

Opferhilfe Weisser Ring

Sind Sie Opfer einer Gewalttat geworden und haben gesundheitlichen Schaden oder einen finanziellen Verlust erlitten, können Ihnen Versorgungsansprüche nach dem Opferentschädigungsgesetz zustehen.

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Der gemeinnützige Verein ist eine bundesweite Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer und ihrer Familien.

Infos erhalten Sie bei den Versorgungsämtern und bei der Opferhilfe

Weisser Ring e.V.

Bundesgeschäfsstelle

Weberstr. 16

55130 Mainz

E-Mail: info@weisser-ring.de

Opfer-Telefon 116 006 - Kostenfreie Rufnummer "Schnelle Hilfe für Kriminalitätsopfer".

Der Weisse Ring kümmert sich um die Opfer von Kriminalität, denn die Opfer verlieren nicht nur ihr Geld, sondern oft auch ihren Lebensmut. Der Weisse Ring steht ihnen bei. Bei Bedürftigkeit werden ggf. finanzielle Hilfen gewährt.

Rechte des Opfers im Strafverfahren

Opfer sollen mit den Folgen der Tat nicht allein gelassen werden, sie haben Rechte. Über die Rechte von Verletzten und Geschädigten in Strafverfahren informiert die Opferfibel des Bundesministeriums für Justiz.

PDF-LogoOpferfibel des Justizministeriums

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Ausschluss der Opferentschädigung bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften

Nach § 111 des Opferentschädigungsgesetzes erhält das Opfer eines tätlichen Angriffs auf Antrag Versorgung nach den Vorschriften des Bundesversorgungsgesetzes. Das gilt auch für die Hinterbliebenen, z.B. Witwen und Waisen des Geschädigten.

Das Bundesverfassungsgericht hat (3. Kammer des ersten Senats, Beschl. v. 30.07.2003-1 BvR 158/99) hat den Antrag auf Hinterbliebenenrente einer Seniorin, deren langjähriger Lebenspartner durch ihren früheren Ehemann getötet wurde, abgelehnt. In der Lebensgemeinschaft lebten keine gemeinsamen Kinder.

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Opferentschädigung bei Gewalt im Ausland

Europaweiter Schutz für Gewaltopfer bei Umzug

Ein Gewaltopfer, das in einem europäischen Mitgliedstaat vor dessen Täter geschützt wird, soll künftig die gleichen Schutzmaßnahmen auch bei einem Umzug in ein anderes EU-Land in Anspruch nehmen können. Das EU-Parlament hat dieser Richtlinie am 13.12.11 zugestimmt.

Die Europäische Schutzanordnung will Opfer von geschlechterbezogener Gewalt, Belästigung, Entführung, Stalking oder Mordversuchen schützen. Sofern einer Person Schutz durch nationales Strafrecht in einem Mitgliedstaat gewährt wurde, kann sie einen Antrag auf Europäische Schutzanordnung stellen, um diesen Schutz auf einen anderen EU-Staat auszuweiten, in den sie ziehen möchte, oder bereits umgezogen ist.

Das Bundessozialgericht in Kassel hat entschieden (Az: B 9 VG 7/01 R): Nach Gewaltverbrechen an Deutschen im Ausland gibt es für die Opfer grundsätzlich keine Entschädigung durch den Deutschen Staat. Das gleiche gilt für Angehörige, die bei der Nachricht von der Tat einen Schock erleiden - ganz gleich, ob sie sich zu diesem Zeitpunkt in Deutschland oder im Ausland aufhalten.

Aber es gibt Hoffnung: In der Europäischen Union trat mit dem 1. Juli 2005 die "Richtlinie zur Opferentschädigung von Straftaten" in Kraft. Wer in einem anderen Mitgliedsstaat der EU Opfer einer Straftat wird, kann nun leichter Entschädigung erhalten, wenn die Straftat nach dem 30. Juni 2005 geschah.

Den Antrag auf Entschädigung kann dann jedes Opfer in seinem Wohnsitz-Mitgliedsstaat stellen. Zuständig für deutsche Staatsangehörige und dauerhaft in Deutschland lebende Mitbürger, die im Ausland Opfer werden und nach dem ausländischen Recht Leistungen beantragen wollen, ist das Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung 53108 Bonn.

Nach einem Urteil des SG Dortmund vom 26.03.2010 (Az.: S 19 (7) VG 356/08).kann auch ein rechtskräftig zur Ausreise verpflichteter, aber in Deutschland geduldeter Ausländer, Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG) beanspruchen, soweit er Opfer einer Gewalttat wird.

Das neue Opferentschädigungsgesetz ist am 01.07.2009 in Kraft getreten.

Danach sollen Deutsche und in Deutschland rechtmäßig lebende Ausländer, die im Ausland Opfer einer Gewalttat werden, einen Anspruch auf Heilbehandlung und Einmalzahlung haben. Das gelte auch für die Hinterbliebenen der Opfer.

Für Verwandte dritten Grades von dauerhaft in Deutschland lebenden Ausländern wurde ein Anspruch auf Versorgung geschaffen. Damit sollen die Fälle erfasst werden, in denen die genannten Personen ihre dauerhaft in Deutschland lebenden ausländischen Verwandten besuchen und hier Opfer einer Gewalttat werden.

Weitere Informationen finden Sie beim Weissen Ring

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Opferschutz in der EU

Das Bundeskabinett hat am 13.08.2014 einen Gesetzentwurf beschlossen, mit dem EU-Vorgaben für einen effektiven, grenzüberschreitenden Schutz von Gewaltopfern umgesetzt werden sollen.der Gesetzentwurf der Umsetzung der Richtlinie 2011/99/EU über die Europäische Schutzanordnung, der Durchführung der EU-Verordnung Nr. 606/2013 über die gegenseitige Anerkennung von Schutzmaßnahmen in Zivilsachen. Die Richtlinie über die Europäische Schutzanordnung sowie die Verordnung über die gegenseitige Anerkennung von Schutzmaßnahmen sähen die Anerkennung sowohl straf- als auch zivilrechtlicher Gewaltschutzanordnungen eines Gerichts eines Mitgliedstaats auch in anderen EU-Mitgliedsstaaten vor. Die einem Opfer von Gewalt gewährten Schutzmaßnahmen könnten so auf einen anderen EU-Mitgliedstaat ausgedehnt werden.

Mit dritten Opferrechtsreformgesetz(18.12.15) erhalten alle Kinder und Jugendliche, die Opfer von schweren Gewaltverbrechen oder Sexualstraftaten wurden, im Prozess eine kostenlose psychosoziale Betreuung. Auch besonders schutzbedürftigen Erwachsenen kann ein Betreuer beigeordnet werden.

Der Anspruch von Opfern mit geringen Sprachkenntnissen auf eine Übersetzung bei Vernehmungen durch Polizei und Staatsanwaltschaft sei nunmehr ausdrücklich normiert, so die Länderkammer weiter. Wer Anzeige erstatte, erhalte außerdem in Zukunft mehr Informationen über das anschließende Verfahren. Mit den Neuregelungen werde eine entsprechende EU-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt. Das Gesetz trete zu weiten Teilen am Tag nach seiner Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft.