gegen Trickdiebe und Trickbetrüger

Anruf Gewinn

Kontodaten für Gewinngutschrift

Dreiste Telefonbetrüger treiben seit einigen Tagen im Landkreis Gifhorn ihr Unwesen. Die Masche, die sie benutzen, ist bekannt unter dem Begriff "Call-ID-Spoofing" und funktioniert so:

Ein vermeintlich bekanntes Unternehmen ruft arglose Bürger an und gratuliert beispielsweise zum Gewinn beim Preisausschreiben. Es seien nur noch die Kontodaten nötig, um den Gewinn auszuzahlen. Spätestens jetzt sollte man misstrauisch werden.

Denn sonst wird man ganz schnell Opfer der Betrüger. Call-ID-Spoofing bedeutet Spoofing mit Telefonnummer. Spoofing heißt zu Deutsch so viel wie "Manipulation", "Verschleierung" oder "Vortäuschung". Dabei können unseriöse Anrufer in die Rolle von seriösen Firmen oder Ämtern oder auch einfachen Mitbürgern schlüpfen.

Dabei erscheint bei einem Anruf die gekaperte Nummer des Teilnehmers, in dessen Rolle die Betrüger schlüpfen, im Display der Zielpersonen. Diese können dann nur sehr schwer erkennen, dass es sich um einen Betrug handelt. Ziel der Anrufer sind fast immer die Kontodaten der Angerufenen. Mit den Kontodaten wird dann Missbrauch betrieben, wie etwa Lastschrifteinzüge, die die Bankkunden oft gar nicht bemerken. Beim Einsammeln der Kontodaten werden gerne Köder ausgelegt, etwa angebliche Gewinnspielen oder Drohungen mit Rechnungen für angeblich in Anspruch genommene Internetdienstleistungen.

Da die Telefonnummer im Display bekannt ist, erscheint der Anruf seriös und die Betrüger haben leichtes Spiel. Ärger bekommen dafür die wirklichen Inhaber der Telefonnummer, die mitunter mit Anzeigen oder zumindest mit wütenden "Rückrufen" rechnen müssen. Mehrfach war dies in den vergangenen Tagen beispielsweise die Firma EISENVATER Haustechnik KG am Waller See in Schwülper.

Nur die wenigsten illegalen Anrufer können sich dabei schlüssig legitimieren - so werden Bürger von öffentlichen Einrichtungen in aller Regel nicht angerufen, wenn diese nicht vorher Kontakt gesucht haben. Man sollte es sich zur Regel machen, rechtsgeschäftliche Erklärungen (also Vertragsänderungen, Einzugsermächtigungen etc.), auch bei bestehenden Geschäftsbeziehungen, nur schriftlich und nach erfolgter schriftlicher Aufforderung, die man überprüfen kann, abzugeben.

Polizeipresse Gifhorn, news aktuell v. 17.03.15

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Abo untergeschoben, Telefonterror

Die Kripo Frankenthal ermittelt derzeit in einem Betrugsverfahren zum Nachteil einer jungen Frau aus Bobenheim-Roxheim. Diese hatte bereits am 28.12.2011 vormittags einen Anruf erhalten. Bei der Begrüßung konnte sie ihren Angaben der Sachverhaltsschilderung nach lediglich das Wort "Verlagsgruppe" verstehen. Im Laufe des Gesprächs wurde sie über einen (angeblichen) Gewinn in Höhe von 40.000,-€ informiert.

Sie wunderte sich zunächst nur, dass der Anrufer zusätzlich zu ihren persönlichen Angaben auch Bankdaten mitteilten und überprüfen konnte. Weiterhin wurden im Gespräch für eine bevorstehende Gala noch Sponsoren gesucht. Die junge Bobenheim-Roxheimerin könne dies durch den Abschluss eines Abonnements unterstützen.

Da angeblich keine Kosten entstehen würden, stimmte sie zunächst auch zu. Erst bei einem Kontrollanruf wurde ihr eröffnet, dass sie am Telefon ein kostenpflichtiges Abo in Höhe von 52,-€ abgeschlossen habe. Daraufhin wollte die junge Frau das Abo stornieren.

Ihre bislang unbekannten Gesprächspartner eröffneten ihr aber, dass dies nicht so einfach wäre und immense Kosten mit sich bringen würde. Nachdem sie das nicht akzeptierte, wurde sie in den folgenden Tagen teilweise sogar im 10-Minutentakt durch diverse Anrufe kontaktiert. Dabei wurde ein Mal sogar auf ihren Anrufbeantworter gesprochen, wobei der Anrufer behauptete, "sie müsse das Abo annehmen, denn ansonsten kämen mehrere 1000,-€ Strafe auf sie zu".

Jetzt ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft in einem Betrugsverfahren. Die Rufnummern, die die Bobenheim-Roxheimerin notiert und als Ermittlungsansätze bei der Anzeigenerstattung genannt hatte, erwiesen sich als "Flopp" und nicht existente und gefälschte Rufnummern aus den Bereichen Stuttgart und Nürnberg.

Polizeipresse Ludwigshafen v. 20.01.12

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Sie haben gewonnen! Rufen Sie zurück

Dubiose Firmen im Ausland mieten bei der Bundesnetzagentur eine 0900er Nummer Über einen Sprach- und Wählcomputer rufen sie unzählige Anschlüsse an und lassen dann, wenn jemand abhebt, ein Tonband laufen. Wegen weiterer Auskünfte sollen sie zurückrufen, natürlich unter einer 0900er (2,00 €/min) oder einer 0137er Nummer. Als Rückrufnummer ist nicht immer die Vorwahl 0900 angegeben. Der Anrufer verpackt die Rückrufnummern z.B. mit der Vorwahl für Deutschland: 049 005....

Ruft man zurück, wird man so lang es geht am Telefon hingehalten. Ihre Telefonrechnung wird immens hoch.

Geben Sie am Telefon niemals ihre Kontoverbindung preis.

Unberechtigte Abbuchungen von Ihrem Konto können folgen.

Die Kripo rät: Rufen sie auf keinen Fall die angegebene Telefonnummer an, beenden sie kommentarlos das Gespräch und legen sie auf. Der einzige Gewinner ist ihr betrügerischer Gesprächspartner, sie gewinnen lediglich eine bittere, ihre Finanzen schädigende, Erfahrung.

Wenn Unternehmen Gewinnbenachrichtigungen an Verbraucher schicken, dürfen sie keine kostenpflichtigen 0900er Telefonnummern angeben, bei deren Anwahl lediglich eine Bandansage allgemein über die angeblichen Preise informiert.

Dies hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschieden (Az. I ZR 279/02). Auch ein Hinweis für die "anteiligen Organisationskosten" erklärte der BGH für unzulässig. Bei einem Gewinnspiel mit Reklamecharakter muss das Unternehmen klar und deutlich auf die Teilnahmebedingungen hinweisen. (Paragraf 4 Nr. 5 UWG).

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Sie haben gewonnen, nur noch Datenabgleich

Das Callcenter will wegen der Überweisung des Gewinns nur nochmal Ihre Bankdaten abgleichen. Die sind den Mitarbeitern durch Weiterverkauf von Daten tatsächlich bekannt. Was dann folgt sind unberechtigte Abbuchungen, angeblich hätte man telefonisch einen Gewinnspiel-Vertrag gechlossen.

In diesem Fall die Abbuchungen sofort bei der Bank widerrufen und zurückbuchen lassen. Auch ein nur telefonisch abgeschlossener Vertrag gilt, daher: Sofort innerhalb von 14 Tagen schriftlich und mit Einschreiben widersprechen und widerrufen. Musterbriefen und rat gibt es bei den Verbraucherzentralen

Betrüger rufen ältere Menschen an und geben sich als Polizist oder Mitarbeiter einer amtlichen Dienststelle aus. Sie verlangen entweder Geld für eine Datenlöschung oder einen Datenabgleich.

Geben Sie niemals Ihre Kontodaten und die persönliche Daten heraus, bestätigen Sie auch keine Daten. Bezahlen sie nie eine geforderte Summe für eine Dienstleistung, die sie nicht in Anspruch genommen haben.

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Was tun gegen die Telefonabzocke?

Inzwischen greift die Bundesnetzagentur bei Rufnummernmissbrauch mit illegalen Gewinnspielen hart durch. Sie kann bei rechtswidriger Nutzung Nummern sperren und die verantwortlichen Anbieter mit Geldstrafen von bis zu 100.000 Euro belegen. Außerdem kann sie die Abschaltung einer (0) 900er Rufnummer wegen Rufnummern-Spams anordnen und dem Unternehmen untersagen, illegale Telefonwerbung durchzuführen, ein Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot aussprechen sowie das angewandte Geschäftsmodell verbieten.

Betroffene Verbraucher können sich unter der Rufnummer 0291 9955-206, per E-Mail unter "rufnummernmissbrauch@bnetza.de" sowie postalisch unter den nachfolgenden Adressen wenden an die:

Bundesnetzagentur

Nördeltstr. 5

59872 Meschede

oder

Bundesnetzagentur

Schütt 13

67433 Neustadt


Sie können die Anwahl einzelner Rufnummernbereiche, z. B. (0)900 9 für Dialer, durch Ihre Telefongesellschaft sperren lassen. Telekom-Kunden können die Sperre bei der Telekom telefonisch unter der Nummer (0800) 330 10 00 oder im T-Punkt beantragen. Die Kunden erhalten nach dem Sperrantrag schriftlich eine Geheimnummer und eine Bedienungsanleitung.

ISDN-Anlagen lassen das Sperren einzelner Rufnummern bzw. ganzer Rufnummernblöcke zu. Diese können kennwortgeschützt von Ihnen selbst programmiert werden

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Ermittlung des Anbieters einer 0900er Nummer

Die Bundesnetzagentur hat eine Suchmaschine für 0900er Nummern eingerichtet. Damit erfahren Sie, wer für den über die (0)900er-Rufnummer angebotenen Dienst verantwortlich ist. Damit können Sie sich nun unmittelbar mit dem Zuteilungsnehmer in Verbindung setzen und Fragen zum Inhalt des Angebots oder zur Rechnungslegung im direkten Dialog klären.

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Stellen Sie Strafanzeige

Hat man Sie abgezockt, stellen Sie Strafanzeige. Informieren Sie die Freiwillige Selbstkontrolle der Telefonmehrwertdienste (FST):

Telefonmehrwertdienste e.V.

Geschäftsstelle

Liesegangstr. 10

D-40211 Düsseldorf

Telefon (Zentrale): +49(0)1805 78 33 78

(0,12 Euro/Minute)

Dort geht man in einer unabhängigen Beschwerdestelle Ihrem Fall nach. Gegen den Anbieter können Sanktionen verhängt werden.

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Muss ich die Rechnung bezahlen?

Wenn Ihnen ein Abo untergeschoben wurde, widerrufen Sie den unberechtigten Lastschrifteinzug bei Ihrer Bank, widerrufen Sie unverzüglich den angeblichen Vertrag und holen Sie sich Rat bei Ihrer Verbraucherzentrale. Verständigen Sie die Bundesnetzagentur von der Abzockenummer und erstatten Sie Strafanzeige.
Weitere Informationen finden Sie bei Abzocke Rechnung


Telekommunikation

Bei bestimmten Verstößen gegen gesetzliche Regelungen des Telekommunikationsesetzes müssen Sie nichts bezahlen So besteht für die 0900er und auch für die 0137er Nummern eine Preisansagepflicht.

Wird der Preis nicht angesagt, besteht keine Zahlungspflicht. Dies gilt auch, wenn die Verbindung nicht nach 60 Minuten getrennt wird oder höhere Minutenpreise als erlaubt abgerechnet werden. Weitere Informationen dazu finden Sie bei der Bundesnetzagentur.

Auch wenn Sie zur Zahlung des Entgelts nicht verpflichtet sind, müssen Sie dies als Einspruch gegen die erhaltene Telefonrechnung geltend machen. Einzelheiten dazu finden Sie ebenfalls bei www.bundesnetzagentur.de. Bei Schwierigkeiten sollten Sie sich mit der Verbraucherzentrale oder einem Rechtsanwalt in Verbindung setzen.


Die Telekom darf Ihren Anschluss nicht sperren, weil Sie der Telekom nichts schuldig sind. Was Sie nicht bezahlen sind Abrechnungen von Drittanbietern, die ihre horrenden Beträge nur über die Telekom kassieren.


Um Streitigkeiten zwischen Endkunden und Telekommunikationsanbietern beizulegen wurde bei der Bundesnetzagentur eine Schlichtungsstelle eingerichtet. Endkunde und Anbieter können freiwillig an einem Schlichtungsvorschlag zur Streitbeilegung teilnehmen. Die Schlichtungsstelle Telekommunikation der Bundesnetzagentur bietet Verbrauchern ihre Dienstleistung auch auf elektronischem Wege an. Ausführliche Informationen zur Schlichtung, ein Antragsformular zum Ausdrucken für das schriftliche Verfahren und alle Möglichkeiten des Online-Verfahrens sind auf der Internetseite der Bundesnetzagentur zu finden.

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Drohungen mit SCHUFA

Wer seine Telefonrechnung nicht ganz bezahlt, weil er die Gebühren für die 0900er Abzocke nicht übernehmen will, muss sich keine Drohungen des Netzbetreibers mit schlechtem SCHUFA-Eintrag gefallen lassen. Wenden Sie sich in solchen Fällen direkt an die Schufa SCHUFA HOLDING AG Hagenauer Str. 44 65203 Wiesbaden Tel.: +49 (0)6 11-92 78 0 Fax: +49 (0)6 11-92 78 109

Will die Schufa die Daten trotz Ihrer Einwendungen nicht löschen, berufen Sie sich auf ein Urteil des LD Düsseldorf Az.: 12 O 392-01. Löscht die Schufa den Negativeintrag dann immer noch nicht, können Sie sich an den Landesdatenschutzbeauftragten wenden und auch einen Anwalt einschalten.