gegen Trickdiebe und Trickbetrüger

Nicht bestellte Ware

PaketVon wem kommt das denn?


Kein Anspruch auf Zahlung

Der Verkäufer hat allein durch die Zusendung unbestellter Waren oder Erbringung unbestellter Leistungen keinen Anspruch auf Zahlung. Mehr

Ware bezahlen, zurückschicken, aufheben?

Sie müssen die Ware weder bezahlen noch zurückschicken. Mehr

Versandhändler darf unaufgefordert keine Ware versenden

Ein Versandhändler darf nicht unaufgefordert Waren an Verbraucher senden und eine Rechnung beifügen. Mehr

Am Telefon Vertrag untergeschoben

Viele Kunden werden am Telefon von ihren Telefonanbietern zur Verlängerung teurer Flatrateverträge oder Zusatzbestellungen überredet. Mehr

Der Trick mit der Probepackung

In unerlaubten Telefonanrufen wird Ihnen eine Probepackung aufgedrängt. Mehr

Was Sie nicht dürfen

Sie dürfen unbestellte Ware nicht weiterverkaufen. Der Grund ist, dass Sie nicht Eigentümer der Ware sind. Mehr

Paket unfrei zurück schicken?

Was ist, wenn der unfreiwillige Warenempfänger die Ware via DHL unfrei zurückschickt? Mehr

Rat der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale rät, keine unbestellten Pakete anzunehmen oder durch den Nachbarn annehmen zu lassen. Mehr

Paketsendungen für Verstorbene

Es kommt immer wieder vor, dass sich Kriminelle Namen, Adressen und Daten von Verstorbenen aus der Tageszeitung oder Todesanzeigen beschaffen und ohne Bestellung teure Waren an deren Adresse liefern. Mehr

Jemand bestellt Waren im Internet auf meinen Namen an meine Adresse

Jemand will sie schikanieren und schließt unter Ihrem Namen ohne Ihre Kenntnis einen Online-Vertrag ab Wenn Sie damit nicht einverstanden sind, ist der Vertrag unwirksam. Mehr

Rechnungen, Mahnungen, Inkasso, Mahnbescheid

Wenn Sie nichts bestellt haben, müssen Sie auch nichts bezahlen. Mehr

Paket per Nachnahme

Bevor man bezahlt, sollte man sich unbedingt vergewissern, dass das bestellte Objekt - und zwar nur das bestellte - geliefert wurde Mehr

Ware wird beim Nachbarn abgegeben

Grundsätzlich muss kein Nachbar ein fremdes Paket annehmen. Mehr

Der Verkäufer hat allein durch die Zusendung unbestellter Waren oder Erbringung unbestellter Leistungen keinen Anspruch auf Zahlung ( 241 a BGB).

Ausnahme, Sie nehmen die aufgedrängte Ware oder Dienstleistung ausdrücklich an.

Sie müssen die unbestellte Ware nicht ausdrücklich ablehnen, schweigen Sie also.

Ware ist erkennbar nicht für Sie bestimmt:

Wenn für den Empfänger ersichtlich ist, dass die Warensendung an ihn irrtümlich erfolgte, z.B. aus dem beiliegenden Lieferschein ersichtlich, muss der Empfänger zwar nicht zahlen, ist aber verpflichtet, die Ware auf Aufforderung des Unternehmens herauszugeben und aufzubewahren – je nach Wert theoretisch bis zu 30 Jahre. Nach allgemeiner Auffassung trifft ihn zudem die Pflicht, den Versender zu benachrichtigen. Herausgeben heißt aber nicht, dass man nun selber die Ware zurückschicken muss. Der Rücktransport ist Sache des Unternehmens. Den auf dem Lieferschein vermerkten Empfänger muss man nicht benahrichtigen.

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Ware bezahlen, zurückschicken, aufheben?

Sie müssen die Ware weder bezahlen noch zurückschicken. Das gilt auch für Münzen oder Weihnachtskarten von angeblich Behinderten, die in der Adventszeit im Briefkasten landen. Die Ware muss auch nicht aufbewahrt werden. Sie kann ausgepackt, benutzt oder weggeworfen werden, z.B. den Wein trinken, das Buch lesen.

Wurde telefonisch eine Vertragsänderung untergejubelt oder Sie erhalten Ware nach einer angeblich telefonischen Zustimmung:

Ware zurückschicken und per Einschreiben den angeblich abgeschlossenen Vertrag/Vertragsänderung widerrufen. Rat und Hilfe erhalten Sie bei ihrer Verbraucherzentrale.

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Versandhändler darf unaufgefordert keine Ware versenden

Ein Versandhändler darf nicht unaufgefordert Waren an Verbraucher senden und eine Rechnung beifügen. Er kann sich nicht darauf berufen, der Kunde habe in einem kurzen Telefonat zugestimmt. Das hat das Landgericht Hildesheim nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die BTN Versandhandel GmbH entschieden.

Das Unternehmen, das Münzen und Medaillen vertreibt, hatte Verbraucher angerufen und anschließend eine Medaille samt Rechnung geschickt. Damit sei der Kunde in dem Telefonat von gut eineinhalb Minuten Dauer einverstanden gewesen, behauptete der Versandhändler vor Gericht.

Das Landgericht Hildesheim stufte dieses Vorgehen dagegen als unzumutbare Belästigung ein. Der Verbraucher konnte sich an den Anruf nicht erinnern, war aber sicher, niemals etwas bestellt zu haben. Die Richter hielten es zudem für ausgeschlossen, dass er während des kurzen Telefonats eine freie Entscheidung darüber hätte treffen können, ob er mit der Zusendung der Medaille und den Bedingungen dafür einverstanden sei. Bei solchen Telefonaten handele sich vielmehr um eine Überrumpelung des Kunden (LG Hildesheim vom 5. Mai 2010, Az.: 11 O 42/09)

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband

Unseriöse Versandhändler versuchen Kunden eine Warenbestellung unterzuschieben. Dabei spekulieren die Unternehmen offenbar darauf, dass der Empfänger die Rechnung bezahlt, weil er sich nicht mehr genau an eine mögliche Absprache, die auch telefonisch erfolgt sein könnte, erinnert und keinen Ärger bekommen will.

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Der Trick mit der Probepackung

In unerlaubten Telefonanrufen wird Ihnen eine Probepackung aufgedrängt. Dass man Ihnen einen teuren Abo-Jahresvertrag untergeschoben hat, wird meistens erst bei der nächsten Lieferung klar. Die Verbraucherzentrale rät Betroffenen, der Forderung des vermeintlichen Jahresvertrages schriftlich mit einem Musterbrief zu widersprechen, da sonst die Verlängerung des Abos um ein weiteres Jahr droht.
Zum Musterbrief der Verbraucherzentrale

Quelle: Verbraucherzentrale Niedersachsen v. 20.12.11

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Was Sie nicht dürfen

Sie dürfen unbestellte Ware nicht weiterverkaufen. Der Grund ist, dass Sie nicht Eigentümer der Ware sind. Veräußern Sie die Ware an einen Dritten und wusste dieser, dass es sich um unbestellte Ware handelte, muss er sie an den Verkäufer herausgeben.

Ausnahme Die Ware ist erkennbar nicht für Sie, sondern für jemand anderen bestimmt. Z.B. Sie heißen W.Müller und in Ihrem Haus wohnt noch ein W. Müller. Hier müssen Sie sich erst vergewissern, ob der andere W. Müller die Ware bestellt hat.

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Paket unfrei zurück schicken?

Was ist, wenn der unfreiwillige Warenempfänger die Ware via DHL unfrei zurückschickt? Das Paket kommt dann zurück und mit ihm eine Forderung der DHL über Beförderungs-/Nachentgelt, für die erneute Zustellung ggf. eine Aufwandspauschale für Verwahrung und Behandlung der nicht angenommenen Lieferung. Und das kann teuer werden. Lt. Postpaketschein werden die Versandkosten beim Empfänger eingefordert. Sie bleiben zur Zahlung verpflichtet, solange der Empfänger den Betrag nicht vollständig entrichtet.

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Rat der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale rät, keine unbestellten Pakete anzunehmen oder durch den Nachbarn annehmen zu lassen. Wer von der Post durch eine Benachrichtigungskarte von dem Paket erfährt, sollte keinesfalls das Paket abholen. Sofortige Annahmeverweigerung ist in jedem Fall billiger und vor allen Dingen keinesfalls risikoreich.

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Paketsendungen für Verstorbene

Es kommt immer wieder vor, dass sich Kriminelle Namen, Adressen und Daten von Verstorbenen aus der Tageszeitung oder Todesanzeigen beschaffen und ohne Bestellung teure Waren an deren Adresse liefern. Die Betrüger gehen davon aus, dass die Angehörigen aus Gutgläubigkeit, Scham oder Verwirrung bezahlen, weil sie nicht wissen, ob der Verstorbene die Waren bestellt hat oder nicht.

Die angebliche Bestellung wird dann lediglich ein paar Tage vor das Sterbedatum rückdatiert. Andere Formen der Abzocke mit den Daten von Verstorbenen reichen von gefälschten Bußgeldbescheiden bis zu professionell gestalteten Versandhaus-Rechnungen für nie bestellte und nie erhaltene Waren.

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Jemand bestellt Waren im Internet auf meinen Namen an meine Adresse

Jemand will sie schikanieren und schließt unter Ihrem Namen ohne Ihre Kenntnis einen Online-Vertrag ab Wenn Sie damit nicht einverstanden sind, ist der Vertrag unwirksam. Teilen Sie dem Internethändler per Einschreiben mit, dass Sie damit nicht einverstanden sind und widerrufen Sie vorsorglich. Den Kaufpreis für unbestellte Ware kann der Händler nicht von Ihnen verlangen. (§ 241 a BGB).

Erstatten Sie Anzeige gegen Unbekannt, u.U. kann der Täter über die IP-Adresse ermittelt und bestraft werden. Geben Sie Ihre Online-Kennung und Ihre Passwörter nie weiter.

Bei Unklarheiten in der Rechnung ist es ratsam, zunächst das betroffene Versandhaus zu kontaktieren. Handelt es sich bei einer unklaren Rechnung nicht um einen Fehler des Versandhauses, sollte in jedem Fall umgehend die Polizei eingeschaltet werden. Fragen zum Thema beantwortet Ihnen jederzeit die örtliche Verbraucherzentrale.

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Rechnungen, Mahnungen, Inkasso, Mahnbescheid

Wenn Sie nichts bestellt haben, müssen Sie auch nichts bezahlen. Kommen dennoch Rechnungen und Mahnungen, wenden Sie sich an die örtliche Verbraucherzentrale.

Musterbrief der Verbraucherzentrale zu unbestellter Ware, Aufforderung zur Abholung und Zurückweisen der Rechnung

Hier müssen Sie tätig werden:

Wenn ein Mahnbescheid vom Gericht kommt, müssen Sie unbedingt Widerspruch einlegen. Jeder kann beim Amtsgericht unter Vorlage von Mahnungen an den Schuldner einen Mahnbescheid beantragen, das Gericht prüft nicht die Rechtmäßigkeit der Forderung. Dies geschieht erst im gerichtlichen Verfahren, aber eben nur, wenn Sie dem Mahnbescheid innerhalb von 14 Tagen widersprochen haben.

Wenn Sie nicht widersprechen, wird der Mahnbescheid rechtskräftig, der Gläubiger kann einen Vollstreckungsbescheid beantragen und bei Ihnen kann bis zu 30 Jahre vollstreckt werden, auch wenn die Forderung nicht rechtens ist.

Paket per Nachnahme

Bevor man bezahlt, sollte man sich unbedingt vergewissern, dass das bestellte Objekt - und zwar nur das bestellte - geliefert wurde und dass genau der Preis auf der Rechnung steht, zu dem das Teil bestellt wurde.

Falsche Postboten kassieren Nachnahme

Für viele eine zwischenmenschliche Selbstverständlichkeit: Das sehnsüchtig erwartete Paket, das für den Nachbarn angenommen wird, weil der nicht zu Hause ist. Manch gute Nachbarn zahlen da auch gerne mal eine fällige Nachnahmegebühr.

Erwarten Sie eine dringende Sendung und wünschen ausnahmsweise eine Fremdannahme, so teilen Sie das Ihren Nachbarn mit und nennen wenn möglich den Absende. Ein über Fracht abgewickeltes Paket ist frankiert, Betrüger frankieren die Sendung meist nicht.

Betrügerischen Nachnahmesendungen

Die Friedberger Kripo warnt derzeit vor betrügerischen Anrufen und Nachnahmesendungen. Mit dieser nicht ganz neuen Masche haben Betrüger bei einem 76 - jährigen Rosbacher offensichtlich 120 Euro erbeutet.

Der Rosbacher hatte gestern Vormittag einen Anruf eines Herrn König erhalten. Herr König habe sich als Mitarbeiter eines Verbraucherschutzes ausgegeben. Auch würde sein Unternehmen sehr eng mit der Polizei zusammenarbeiten. Der Anrufer teilte dem 76 - Jährigen mit, dass er heute noch Post bekommen würde. Diese Briefsendung würde als Nachnahme 122 Euro kosten. Bei diesen Kosten würde es sich um eine Art Aufwandsgebühr handeln, so der Anrufer.

Der Rosbacher solle nochmals den Verbraucherdienst anrufen, wenn der Brief angekommen ist. Er hinterließ zum Abschluss des Gespräches noch eine Telefonnummer mit der Vorwahl 0210. Kurze Zeit später klingelte es dann tatsächlich an der Tür des Mannes. Die Postbotin zeigte ihm einen Brief, der 122 Euro Nachnahme kosten soll. 120 Euro dafür waren für den Absender; zwei Euro kostete der Brief Nachnahmegebühr.

Der 76 - Jährige bezahlte die 122 Euro und öffnete den Umschlag. Darin befanden sich auf drei Seiten nutzlose Hinweis und Tipps bei Trickbetrügereien. Danach rief er die Telefonnummer (Vorwahl 0210) des angeblichen Verbraucherdienstes nochmals an. Dabei sagte ihm eine Person, dass sich nun alles erledigt habe und es auch keine Probleme mehr gäbe.

Als der mutmaßliche Betrüger etwas von polizeilichen Untersuchungen erzählte, wurde der Rosbacher stutzig und teilte in dem Gespräch mit, dass er seinen Rechtsanwalt einschalten will. Plötzlich beendete sein gegenüber das Gespräch.

Die Polizei warnt davor, unbekannte Nachnahmesendungen anzunehmen. Nehmen Sie nur solche Sendungen an, die Sie auch erwarten bzw. bestellt haben. Gehen Sie auf gar keinen Fall auf die Forderung ein, die in dem vorherigen Telefonat gestellt wird.

Quelle: Polizeipresse Mittelhessen, new aktuell v. 24.04.12

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Ware wird beim Nachbarn abgegeben

Grundsätzlich muss kein Nachbar ein fremdes Paket annehmen. Sobald der Empfang allerdings quittiert wird, muss das Paket sorgfältig verwahrt und darf dem Empfänger nicht einfach vor die Tür gestellt werden. Denn dann haftet der Nachbar unter Umständen dafür, wenn die Sendung wegkommt oder Schaden nimmt.

Wer ein Paket erwartet, sollte seinen Nachbarn am besten vorher informieren. Alternativ kann beim Paketdienstleister auch ein Wunschnachbar als Zustelladresse hinterlegt werden, wenn keine Zustellung an jeden beliebigen Nachbarn gewünscht wird. Wer sein Paket ausschließlich selbst entgegennehmen will, kann bei einigen Versendern beim Bestellen den kostenpflichtigen Service eigenhändig buchen, dann darf der Bote das Paket nur dem Empfänger selbst oder jemandem aushändigen, der eine schriftliche Vollmacht zur Annahme der Sendung hat. (Quelle:Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen v.06.12.16)