gegen Trickdiebe und Trickbetrüger

Banken, Folge 3

Bank haftet für gefälschte Überweisungen

Eine Bank muss Kunden Geld erstatten, wenn Sie eine gefälschte Überweisung nicht erkennt (OLG Koblenz, AZ: 2 U 116/09). Ein Betrüger hatte mit einer gefälschten Überweisung, sogar die Unterschrift war gefälscht, das Konto einer Koblenzerin geplündert.

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Postbank Sparcard, Entgeltfrei kann kosten

Im Ausland kostenlos Bargeld abheben? Ein Postbankkunde musste für Abhebungen mit der Sparcard in Tahiland 9 Euro Gebühren bezahlen. Die Postbank: Entgeltfrei heißt, es fallen keine Postbankgebühren an, für die Gebühren anderer Banken könne man nichts und Fremdgebühren zahle man nicht.

Der Kunde klagte auf Erstattung der Gebühren. Bevor es zur Verhandlung beim Amtsgericht Hamburg kam, ertstattete die Postbank das Geld und erklärte sich bereit, die Kosten des Rechtsstreits zu übernehmen.

Auf eine Anfrage der Finanztest hieß es: Entgeltfrei ist eben nicht kostenfrei.

Quelle: Finanztest Heft September 2009 www.test.de

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Bei Dispoüberziehung keine 5.00 Euro Strafgebühr

Nach einer Klage der Verbraucherzentrale Hamburg gegen die Commerzbank hat das Landgericht Frankfurt (Urteil vom 13.5.2009, Az. 2-02 O 3/09) und das Oberlandesgericht Frankfurt (Urteil vom 04.08.2010, Az.: 23 U 157/09) entschieden: Wer seinen Dispokredit überzieht, darf zusätzlich zu den Überziehungszinsen nicht noch mit 5 Euro pro Kontoverfügung belastet werden.

Die Revision wurde nicht zugelassen. Die Commerzbank legte hiergegen zunächst Nichtzulassungsbeschwerde ein, nahm diese aber zurück. Das Urteil wurde dadurch im März 2011 rechtskräftig.

Betroffene können bis zu 3 Jahren rückwirkend Erstattung der Gebühr verlangen. Macht die Bank Probleme, wenden Sie sich an Ihre Verbraucherzentrale.

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Bank muss auf Eigensicherung hinweisen

Unterlässt die Bank einen Hinweis auf fehlende Einlagensicherung bei einer Geldanlage und kommt es dem Verbraucher auf eine möglichst sichere Anlageform an, so macht sie sich schadensersatzpflichtig (Urteil des LG Oldenburg vom 12.04.2010 (9 O 2124/09)).

Ein Verbraucher, der eine sichere Geldanlage tätige nmöchte, kann im Insolvenzfall der Bank Schadensersatzansprüche wegen falscher Beratung geltend machen, sofern die Bank lediglich dem Einlagensicherungs- und Anlegerschutzgesetz unterliegt und nicht zusätzlich dem Einlagensicherungsfonds angehört (Urteil des BGH vom 14.07.2009 (XI ZR 152/08)

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass ein leicht verständlicher Hinweis auf die Sicherungseinrichtungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Kreditinstitutes grundsätzlich ausreichend sei. Der Kunde müsse vor Geschäftsabschluss hiervon unterrichtet sein.

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (www.vzbv.de) v. 14.07.09

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Auszahlung vom Sparbuch ohne Legitimation

Am Montag wurde aus dem Haus Kampstraße 13 in Ense-Höingen ein Sparbuch entwendet. Die Täter gelangten auf bisher unbekannte Weise, im Zeitraum zwischen 07:00 und 11:05 Uhr, in das Einfamilienhaus. Erst am Nachmittag bemerkte der Geschädigte das Fehlen des Sparbuchs.

Um 11:05 hatte eine Frau in der Sparkassenfiliale in Wickede einen Geldbetrag von dem Sparbuch abgehoben. Dies war möglich, weil Auszahlungen unter 2000,- Euro ohne Legitimation erfolgen.

Quelle: news aktuell gmbh v.12.05.09

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BGH klärt Zinsanpassung und Gebührenänderung

Urteil vom 21.04.2009 - XI ZR 55/08; XI ZR 78/08: Der Verbraucherschutzverband hat erfolgreich geklagt, Sparkassen dürfen Zinsen und Entgelte nicht nach eigenem Ermessen willkürlich festlegen.

Klauseln in den AGB von 400 Sparkassen, nach denen Zinsen und Gebühren willkürlich festgelegt werden konnten, wurden für ungültig erklärt. Von dem Urteil betroffen sind Verbraucherdarlehen mit variablem Zins und der Dispositionskredit. Die Sparkassen dürfen Preis- und Zinsanpassungen nicht zur Steigerung ihres Gewinns vornehmen. Betroffenen Kunden steht ggf. ein Erstattungsanspruch und rückwirkende Überarbeitung des Kredits zu.

Empfehlung: Setzen Sie sich zwecks Beratung mit Ihrer Verbraucherzentrale in Verbindung.

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Sparbrief Nachrangabrede

Immer öfter werden in letzter Zeit Sparbriefe mit Nachrangabrede verkauft, so zum Beispiel auch von der Sparkasse Vogtland in Gestalt des "Wachstums-Sparkassen Kapitalbrief". Dieser hat eine Laufzeit von 5 Jahren und ist mit einer Nachrangabrede versehen.

"Offensichtlich haben viele Kunden die Bedeutung dieser Nachrangabrede nicht verstanden, denn wir haben dazu gerade jetzt verstärkt Nachfragen", weiß Hoffmann von der Verbraucherzentrale Sachsen. "Dabei wäre es geboten, wenn die Anbieter nicht allein auf juristisch exakte Formulierungen in den Sparverträgen abstellen würden, sondern den Verbrauchern im Beratungsgespräch verständlich erklären würden, was diese Vereinbarung konkret bedeutet."

Das heißt nämlich, dass sich diese Kunden im Fall einer Bank- bzw. Sparkassenpleite bei der Entschädigung hinten anstellen und deshalb in letzter Endkonsequenz auch mit einem Totalverlust rechnen müssten. Die aktuelle Internet-Werbung der Vogtländer Sparkasse für diesen Sparkassenbrief suggeriert dagegen absolute Sicherheit. "Deshalb werden wir rechtliche Schritte prüfen", sagt Hoffmann.

Wer von der Kreditwürdigkeit des Geldinstitutes überzeugt ist, kann solche Angebote durchaus nutzen. Dabei ist sicher auch zu unterscheiden, ob der Sparbrief mit Nachrangabrede von einer kleinen Bank oder einer Sparkasse herausgegeben wird. Die Sparkassen haben eine Institutssicherung, auf deren Grundlage die Insolvenz einer einzelnen Sparkasse vermieden werden soll. Bisher hat dieses System funktioniert, ob dies auch noch in Zukunft immer gelten wird, kann im Angesicht der Weltfinanzmarktkrise nicht prognostiziert werden.

Auf der wirklich sicheren Seite sind die Verbraucher, die sich für Sparbriefe ohne Nachrangabrede entscheiden, denn diese unterliegen sowohl der gesetzlichen als auch der freiwilligen Einlagensicherung. Im Regelfall haben diese Anlagen Laufzeiten von bis zu 4 Jahren.

Weitere Informationen und Beratung über die deutschen Einlagensicherungssysteme und die davon erfassten Produkte gibt es in der Verbraucherzentrale Sachsen.

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen v. 03.04.09

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Revolving-Kreditkarten

Die Bundesverbraucherministerin warnt: Bei den üblichen Kreditkarten, die von Bankern "unechte Kreditkarten" genannt werden, wird der gesamte ausgegebene Betrag vom Girokonto abgebucht.

Nicht so bei den Revolving-Kreditkarten, hier steckt tatsächlich ein Kredit dahinter: Der Kunde muss regelmäßig einen festgelegten Mindestbetrag bezahlen und den Rest der Schuld in Raten abtragen. Wer dafür lange braucht, zahlt eine immense Summe an Zinsen: Bis zu 26 Prozent nehmen Banken bei dieser Art des Karten-Kredits. Zum Vergleich: Wer sein Girokonto überzieht und damit seinen Dispo-Kredit nutzt, zahlt je nach Bank zehn bis 15 Prozent Zinsen. Man sollte seine Schuld möglichst schnell zurückzahlen. Wer nur den Mindestbetrag zahlt, zahlt meist kaum etwas von seinem Restbetrag ab.

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Banken dürfen mit ausgefüllten Kreditkarten werben

Banken dürfen bei ihren Kunden weiter mit Kreditkarten werben, in denen bereits deren Namen eingetragen sind. Mit den Aktionen werde die Entscheidungsfreiheit der Kunden nicht unzulässig beeinflusst, urteilte der Bundesgerichtshof (BGH).

Die Verbraucher kennen die Funktionsweise einer Kreditkarte", erklärten die obersten Richter ( Urteil BGH Aktenzeichen: I ZR 167/09 v. 03.03.11)

Nach Ansicht des Bundesrichter kann den Verbrauchern die Belästigung durch solche Werbeaktionen zugemutet werden. "Das Interesse des werbenden Unternehmens an zielgerichteter Ansprache seiner Kunden" sei höher zu bewerten "als der Eingriff in die Privatsphäre des Adressaten". Die Tatsache, dass die sichere Entsorgung der Kreditkarten etwas größere Mühe bereitet als das einfache Wegwerfen üblicher Werbebriefe, spielte für die Richter keine Rolle.

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Bausparkasse darf Kontogebühr berechnen

Bausparkassen können von ihren Kunden eine Kontogebühr für die bauspartechnische Verwaltung, die Kollektivsteuerung und die Führung einer Zuteilungsmasse erheben. Eine Klage von Verbraucherschützern gegen eine Bausparkasse wurde auch in der Berufungsverhandlung zurückgewiesen (Urteil des OLG Karlsruhe vom 16.06.2015 Az:17 U 5/14). Die Verbraucherschützer hatten moniert, dass eine Bausparkasse von ihren Kunden eine jährliche Kontogebühr verlangt hatte.

Es handele sich nach Meinung des Gerichts zwar um eine kontrollfähige Preisnebenabrede, die Klausel sei jedoch zulässig. Aus der Systematik des kollektiven Bausparens ergebe sich, dass die Umlegung der Kosten für die Kollektivsteuerung und die Führung einer Zuteilungsmasse nicht von wesentlichen Grundprinzipien des dispositiven Rechts abweiche. Das erhobene Entgelt diene nicht nur der „bauspartechnischen Verwaltung“, sondern vor allem der „Kollektivsteuerung und Führung einer Zuteilungsmasse“. Bausparkassen seien zu dieser Tätigkeit nicht verpflichtet, ohne dafür eine Vergütung verlangen zu können. Die Tätigkeit der Bausparkasse komme in diesem Fall auch nicht allein ihr zugute, sondern ebenfalls der Bauspargemeinschaft und somit auch dem einzelnen Bausparer. Die Klauseln benachteiligten nach Meinung des Gerichts zudem die Bausparer auch nicht unangemessen. Die Revision wurde zugelassen.

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband v.16.06.15

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Bauspar-Abschlussgebühr

In einem Musterprozess der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gegen die Bausparkasse Schwäbisch Hall AG hat das Landgericht Heilbronn die genannten Abschlussgebühr am 12. März 2009 für zulässig erklärt (Az: 6 O 341/08). Der Bundesgerichtshof stellte 2001 in seiner Entscheidung über die rechtliche Zulässigkeit von Bankentgelten (Az: XI ZR 197/00) fest, dass die Berechnung von Kosten durch die Bank gegenüber Kunden nur zulässig ist, wenn für den einzelnen Kunden eine Dienstleistung erbracht wird.

Bausparer erhalten mit Zahlung der Abschlussgebühr keine nennenswerte Gegenleistung der Bausparkasse, damit ist diese Gebühr trotz des Urteils vom Landgericht Heilbronn aus Sicht der Verbraucherzentrale nicht gerechtfertigt. In der Urteilsbegründung wird die Abschlussgebühr als Eintrittsgebühr in eine Bauspargemeinschaft bezeichnet.

Die Verbraucherzentrale wertet sie hingegen als Provision, die eine Aktiengesellschaft an ihre Vertreter bezahlt, damit diese Verträge unters Volk bringen. Die klagende Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat Berufung angekündigt. Ihre Klage besitzt Mustercharakter und ist für alle noch laufenden Bausparverträge von Bedeutung. Endgültige juristische Klarheit hierzu wird voraussichtlich aber erst eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs bringen.

Bereits heute jedoch sollten Bausparer ihre Ansprüche auf eine Erstattung anmelden. Bei noch laufenden Verträgen geht es dabei nicht um eine Rückzahlung der gezahlten Gebühren, sondern um eine Korrektur des aktuellen Vertragskontostandes. Wegen drohender Verjährungsfristen empfiehlt die Verbraucherzentrale außerdem, dies so früh wie möglich zu tun und die Bausparkasse dabei aufzufordern, auf die Einrede der Verjährung zu verzichten. Einen Musterbrief sowie die ausführliche Position der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zur Abschlussgebühr der Bausparkassen sind abrufbar unter www.vz-bw.de/bausparen.

Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg v. 12.03.09


In der Berufungsklage hat das OLG Stuttgart ( Az,: 2 U 30/09) allerdings entschieden:Bausparkassen dürfen Abschlussgebühren für Verträge erheben.

Das OLG hat die Berufung zum Bundesgerichtshof zugelassen. Die Verbraucherschützer kündigen Revision an.

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Betrug mit Kontonummer und Telefonkarte

Betrüger können von Ihrem Konto eine T-Mobile Xtra-Card mit Tausenden Euros aufladen. Nicht alle Mobilfunkkarten sind in der Praxis tatsächlich personifiziert, so dass die Betrüger kaum zu ermitteln sind.

Voraussetzung: Ihre Kontonummer ist im Internet bekannt, z.B. durch eine Spende. Das genügt, um auf der Xtra-Card-Seite von T-Mobile eine Telefonkarte unter Angabe Ihrer Kontonummer aufzuladen. Die Telekom überprüft die Kontodaten nicht, sondern belastet Ihr Konto mit dem Betrag der Aufladung.

Für die Telekom ist das kein Problem, der Kunde kann ja innerhalb von 6 Wochen den Telekom-Einzug widerrufen. Ach ja, die Telekom hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt.

Quelle: www.hr-online.de v. 17.02.09

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Fremde Karten und PIN bestellt, 120.000 Euro ergaunert

Ein bisher unbekannter Mann hat seit April 2008 in mindestens acht Fällen Bankkunden aus Köln betrogen.

Im Fall eines 87-Jährigen bestellte der Betrüger telefonisch auf den Namen des Kunden eine neue Karte für das Girokonto. Weder die EC-Karte noch die PIN-Nummer haben den unwissenden Senior jemals erreicht. Mit der unrechtmäßig erlangten Karte und Geheimzahl hob der Gauner an verschiedenen Geldautomaten im Raum Köln Geld ab.

In einem anderen Fall gab sich der Täter als "Doktor" aus. Auf gleiche Art und Weise hatte er auch hier eine EC-Karte rechtswidrig erlangt. So ergaunerte sich der Betrüger Bargeld in Höhe von mehr als 120.000 Euro.

Quelle: news aktuell gmbh v. 26.01.09

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Erledigung von Zahlungsaufträgen innerhalb eines Tages

Nach dem BGB muss die Bank eine Überweisung zu einem anderen Bankinstitut innerhalb dreier Bankgeschäftstage ausgeführt haben (§ 676a Abs. 2 Nr. 2). Die andere Bank wiederum ist verpflichtet, den Überweisungsbetrag dem Empfänger spätestens innerhalb eines Bankgeschäftstages nach dem Tag, an dem der Betrag bei ihr eingegangen ist, gutzuschreiben (§ 676g BGB). Maximal dürfen also vier Tage ins Land gehen, bis eine Überweisung vollständig abgewickelt sein muss.

Für Überweisungen innerhalb eines Kreditinstituts sind die Fristen kürzer. In einer Filiale muss das Geld binnen eines Geschäftstages auf dem Empfängerkonto sein, von einer Filiale zu einer anderen Filiale binnen zweier Tage (§ 676a Abs. 2 Nr. 3). Eine gesonderte Frist für die Gutschrift gibt es in diesem Fall nicht.

Das Bundeskabinett hat am 05.11.08 den Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung zivilrechtlichen Teils der Zahlungsdiensterichtlinie SEPA beschlossen. Künftig wird nicht mehr zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen innerhalb der EU unterschieden.

Bisher sind grenzüberschreitende Überweisungen in der EU binnen fünf Werktagen zu erbringen..

Ab 01.01.2012 müssen alle Zahlungsaufträge in Euro innerhalb eines Geschäftstages ausgeführt werden. Bis dahin kann eine dreitägige Ausführungsfrist vereinbart werden.

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Banken haften nicht beim Online-Banking

Banken sind beim Online-Banking nicht dazu verpflichtet, die Übereinstimmung von Empfängernamen und Kontonummern abzugleichen. Wer etwa versehentlich eine falsche Kontonummer angibt, kann nicht damit rechnen, dass dieser Fehler durch die Bank überprüft wird. Dies entschied das Amtsgericht München am 18.06.2007. Das Urteil ist rechtskräftig (Az.: 222 C 5471/07).

Auch ein Urteil des Landgerichts Berlin Urteil des Landgerichts Berlin von der Verantwortung befreit (Az.: 57 S 116/00) bestätigt das.

Anders ist die Lage bei Zahlungen mit herkömmlichen Überweisungsträgern: Dort führt die Empfängerbank einen Kontonummernabgleich durch. Fällt der Tippfehler dabei nicht auf, haften Bank und Kunde gleichermaßen.

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Schuldner gerät bei nicht rechtzeitiger Gutschrift in Verzug

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat mit Urteil vom 03.04.2008, C-306/06. entschieden, dass bei einer Zahlung durch Banküberweisung der geschuldete Betrag dem Konto des Gläubigers rechtzeitig gutgeschrieben sein muss, wenn das Entstehen von Verzugszinsen vermieden oder beendet werden soll. Ein Verzögerungsverschulden der Bank kann dem Schuldner hingegen nicht zugerechnet werden.

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Gebühren für geplatzte Lastschriften

Benachrichtigungsentgelt bei Nichteinlösung einer Lastschrift unzulässig

Die Sparkasse Meißen darf kein Entgelt verlangen, wenn sie den Verbraucher darüber informiert, dass eine Lastschrift von seinem Konto nicht eingelöst werden konnte. Für dieses Entgelt gäbe es keine gesetzliche Grundlage, urteilten die Richter des BGH (Urteil v.22.05.2012, Az: XI ZR 290/11) Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Die Verbraucher haben ein Recht auf Rückzahlung. Unterstützung erhalten Verbraucher bei den Verbraucherzentralen.

Der Haken an der Sache:

Der BGH hat jedoch auf die bevorstehenden Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Banken hingewiesen. Danach sollen Einzugsermächtigungen zukünftig eine Weisung an die Bank darstellen. Nach Auffassung des BGH könne dann für die Benachrichtigung ein angemessenes Entgelt vereinbart werden. Die Änderungen sollen nach derzeitigem Sachstand am 9. Juli 2012 in Kraft treten.

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband (www.vzbv.de) v. 22.05.12


Keine Deckung auf dem Konto

Haben Sie gerade nicht genug Geld auf dem Konto und die Bank kann den Lastschrifteinzug wegen Deckungslosigkeit nicht ausführen, darf sie dafür weder Gebühren noch "Schadenersatz" verlangen (BGH Aktenzeichen: XI ZR 154/04 vom 8. März 2005).

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Gebühr für Postsparbücher

Die Postbank erhebt ab 1.1.2008 pro Monat 1 Euro Gebühr für Sparbücher mit 3monatiger Kündigungsfrist, wenn nicht mehr als 60 Euro Guthaben vorhanden ist und bei denen seit 3 Jahren keine Ein- oder Auszahlungen vorgenommen wurden. Diese Gebühr entfällt für Minderjährige und Kunden, die noch andere Konten bei der Postbank führen. Die Gebühr wird ab 2009 rückwirkend eingezogen. Die Sparbuchauflösung ist kostenfrei. Sie können also der Postbank das Geld schenken oder die Konsequenzen ziehen. Für eine Sparcard wird keine Gebühr erhoben.

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Risikokreditkarten

Vor Kreditkarten mit so genannter Revolving-Funktion, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Der Trick: Es wird monatlich nur noch ein kleiner Teil des Rechnungsbetrages abgebucht, der große Rest in einen teuren Kredit umgewandelt. Für viele droht so die Schuldenfalle.

Auf diese Art wird die Kreditkarte praktisch wie das Girokonto mit einem Dispokredit ausgestattet: Der Kunde erhält einen bestimmten Kreditrahmen und kann diesen nach Belieben zurückzahlen. Vorgeschrieben sind meist monatliche Mindestraten von fünf bis zehn Prozent des Schuldenstands Will de Kunde diesen teuren Kredit nicht haben, muss er selbst tätig werden und dies seiner Bank mitteilen.

Noch teurer werden die Kredite, wenn darüber hinaus noch eine Restschuldversicherung abgeschlossen wird. Dann kann der tatsächliche Zins weit über 20 Prozent liegen . Wenn schon eine kurzfristige Kreditfinanzierung nötig ist, dann sollte lieber ein möglichst günstiger Abruf- oder Dispokredit gewählt werden. Weitere Informationen dazu finden Sie bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Quelle: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

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BGH zur Kontoumschreibung nach dem Tod

Der Kontobevollmächtigte benötigt zur Umschreibung des Kontos auf seinen Namen die Zustimmung des Erben. Der Erbe kann die Kontovollmacht widerrufen. (BGH, Urteil vom 24.03.2009, XI ZR 191/08).

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Banken müssen Erbschein bezahlen

Verlangt eine B Bausparkassen können von ihren Kunden eine Kontogebühr für die bauspartechnische Verwaltung, die Kollektivsteuerung und die Führung einer Zuteilungsmasse erheben. Eine Klage von Verbraucherschützern gegen eine Bausparkasse wurde auch in der Berufungsverhandlung zurückgewiesen. Die Verbraucherschützer hatten moniert, dass eine Bausparkasse von ihren Kunden eine jährliche Kontogebühr verlangt hatte. Es handele sich nach Meinung des Gerichts zwar um eine kontrollfähige Preisnebenabrede, die Klausel sei jedoch zulässig. Aus der Systematik des kollektiven Bausparens ergebe sich, dass die Umlegung der Kosten für die Kollektivsteuerung und die Führung einer Zuteilungsmasse nicht von wesentlichen Grundprinzipien des dispositiven Rechts abweiche. Das erhobene Entgelt diene nicht nur der „bauspartechnischen Verwaltung“, sondern vor allem der „Kollektivsteuerung und Führung einer Zuteilungsmasse“. Bausparkassen seien zu dieser Tätigkeit nicht verpflichtet, ohne dafür eine Vergütung verlangen zu können. Die Tätigkeit der Bausparkasse komme in diesem Fall auch nicht allein ihr zugute, sondern ebenfalls der Bauspargemeinschaft und somit auch dem einzelnen Bausparer. Die Klauseln benachteiligten nach Meinung des Gerichts zudem die Bausparer auch nicht unangemessen. Die Revision wurde zugelassen. ank zum Nachweis einer Erbschaft vom Kunden einen Erbschein, muss sie auch die Kosten dafür tragen. Das befand der BGH in Karlsruhe mit Urteil vom 07.06.2005, Az.: XI ZR 311/04. Der Erbe ist grundsätzlich nur in gesetzlich vorgesehenen Fällen verpflichtet, einen Erbschein vorzulegen, etwa beim Eintrag ins Grundbuch. Bei Bankgeschäften sieht kein Gesetz diese Form des Nachweises vor. Die Vorlage des eröffneten Testaments ist ein für die Bank ausreichender Beleg. Verlangt sie trotzdem eine Erbschein, muß sie auch die Kosten hierfür übernehmen.

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