gegen Trickdiebe und Trickbetrüger

Unseriöse Teppichreiniger

Mit verlockenden Zeitungsanzeigen, enormen Rabatten und Flyern werben Teppichreiniger für ihre Dienste. Doch beachten Sie vor Auftragsvergabe die Tipps der Polizei.
Zeitungsannonce Zeitungsanzeige

Tipps der Polizei

Teppichreinigung ging nach hinten los

Mit den Slogan "Familienunternehmen seit 25 Jahren" und "Qualität und Erfahrung aus Tradition" warb in der vergangenen Woche eine Teppichwerkstatt aus Grävenwiesbach mit einem Flyer in einer Zeitung um Kunden. Einem Ehepaar aus Nidda fiel da ihr Seidenteppich ein, der schon lange eine Reinigung nötig hatte. Das gute Stück wollten sie verständlicherweise nicht jedem überlassen, der Flyer und seine vielfältigen Versprechungen jedoch überzeugten sie.

Sie riefen die genannte Nummer an und übergaben schon am Folgetag den Teppich an den Dienstleister, im guten Glauben die versprochene "Profi-Reinigung" für ihren Teppich zu erhalten. Ein recht hoher vereinbarter Peis für den großen wertvollen Teppich schreckte sie dabei nicht. Kurz nachdem ihr Teppich auf die Reise gegangen war, bekamen sie aber doch Zweifel, wem sie den Teppich eigentlich überlassen hatten - zu Recht.

Am gestrigen Mittwoch erhielt das Ehepaar seinen Seidenteppich zurück. Sauberer war er - sauber aber nicht. Im Gegenteil, durch die eben nicht fachgerechte Reinigung hat der Teppich einen erheblichen Wertverlust erlitten. Das Ehepaar hatte inzwischen die Polizei eingeschaltet, die prüft, ob ein Betrug vorliegt.

Unabhängig davon rät die Polizei dringend: "Überlegen Sie gut, wen Sie mit Dienstleistungen beauftragen und wem Sie Ihre Wertsachen für Arbeiten überlassen. Lassen Sie sich verschiedene Angebote machen und beauftragen Sie am besten ein Unternehmen vor Ort, bei dem Sie entsprechend auch einen Ansprechpartner haben."

Bei den Ermittlungen der Polizei stellte sich zu diesem Unternehmen übrigens bereits heraus, dass es keinesfalls ein Familienunternehmen mit langjähriger Erfahrung ist. Das Unternehmen wurde erst in dieser Woche beim Gewerbeamt angemeldet. "Werbung kann viel versprechen - Glauben Sie nicht alles, was bunte Bilder und Slogans Ihnen versprechen."

Quelle: Polizeipresse Mittelhessen, news aktuell v. 07.02.19

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Betrug an einem 84-jährigen Senior

Einer aufmerksamen Nachbarin ist es zu verdanken, dass ein 84-jähriger Mann am Dienstagnachmittag in der Neckarpromenade nicht das Opfer von betrügerischen Teppichhändlern wurde. Der Rentner hatte Tage zuvor zwei Teppiche zum völlig überteuerten Preis von 1.500 Euro reinigen lassen. Als die beiden Männer die Teppiche zurück brachten, boten sie dem 84-Jährigen an, ihm einen angeblich wertvollen echten Teppich im Wert von 20.000 Euro zu einem Sonderpreis von 5.000 Euro zu verkaufen. Als der Senior und die beiden Männer die Wohnung verließen, fiel das der Nachbarin auf.

Aufgrund des Erscheinungsbildes der beiden Männer und des Alters des Nachbarn befürchtete die Zeugin, dass hier etwas Unlauteres im Gange sei und folgte den Personen bis zu einer nahegelegenen Bank. Dort sprach sie ihren Nachbarn an und überzeugte diesen, den Geldbetrag nicht abzuheben. Anschließend verständigte sie die Polizei. Dem nicht genug, sie folgte einem der beiden Männer, so dass die Polizei noch in Tatortnähe einen 57-jährigen Tatverdächtigen festnehmen konnte.

Eine Fahndung nach Mittäter verlief ohne Erfolg. In seiner Vernehmung räumte der Tatverdächtige ein, dass der angepriesene Teppich lediglich einen Wert von etwa 200 Euro hat, der Teppich wurde sichergestellt. Nach seiner erkennungsdienstlichen Behandlung wurde der Tatverdächtige wieder auf freien Fuß gesetzt.

Quelle: Polizeipresse Mannheim, news aktuell v. 16.01.19

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Warnung vor dubiosen Teppichwäschern, Wucherpreise

Bei der Polizei in Melle laufen Ermittlungen wegen Leistungsbetruges und des Verdachts des Wuchers. Eine Teppichreinigung hatte über Flyer in einer Postwurfsendung Werbung gemacht. Eine ältere Dame aus Melle hatte auf den Flyer reagiert und den Betreibern mehrere zu reinigende Teppiche gezeigt. Die Männer unterbreiteten der Dame ein Angebot zur Teppichwäsche und äußerten, dass die Teppiche auch repariert werden müssten, das beinhalte Fransen, Kettelung und Ledereinfassung.

Der Vertrag wurde auf einem DINA-5 -Zettel geschlossen (ohne Angaben zur Mehrwertsteuer) und die Teppichreiniger verlangten eine Anzahlung i.H.v. 500 Euro. Die Summe von 16.300 Euro sollte nach Erhalt der gereinigten Teppiche - etwa 14 Tage später - in bar übergeben werden.

Zwischenzeitlich wurde jedoch die Polizei eingeschaltet, die nun i.S. Leistungsbetrug und Wucher ermitteln, denn die Reinigung dürfte nach herkömmlichen Preislisten um die 900 Euro kosten. Die Beamten raten zur Vorsicht bei solchen "Geschäften". Vor allem von älteren Menschen verlangen die Teppichwäscher häufig Vorkasse. Quittungen und Belege über die Art, den Zeitablauf und den Umfang der beauftragten Leistung, geben sie in der Regel nicht heraus. Viele Kunden, die eine Zahlung per Vorkasse verweigern, werden später erpresst: Wenn sie nicht die überhöhte Rechnung zahlen, bekommen sie den Teppich nicht zurück.

Quelle: Polizeipresse Osnabrück, news aktuell v. 06.12.18

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Überteuerte Teppichreinigung, Betrugsverdacht

Wegen des Verdachts des Betruges ermittelt das Betrugsdezernat der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg gegen zwei Männer im Alter von 22 und 33 Jahren.

Eine 66-jährige Reilingerin wollte zwei ihrer Teppiche ver-kaufen und nahm deshalb bereits im Mai 2018 Kontakt mit einer Teppichfirma in Heidelberg-Ziegelhausen auf, deren Kontaktdaten hatte sie aus einem Prospekt entnommen hatte, den sie als Zeitungsbeilage vorfand.

Die beiden Verdächtigen nahmen schnell Kontakt mit der Dame auf und taxierten den angeblichen Wert der Teppiche auf weit über 10.000.- Euro. Darüber hinaus sollen sie die Frau dazu überredet haben, beide Teppiche bei ihnen reinigen und reparieren zu lassen. Inklusive einer Verkaufsprovision bezahlte die Frau knapp 6.000.- Euro.

Als beide Kaufleute plötzlich für Rückfragen nicht mehr erreichbar waren und es auch keine Rückmeldung über den Verkauf bzw. zum Verbleib der beiden Teppiche gab, erstattete die Frau schließlich im August 2018 Anzeige wegen Betrugsverdachts bei der Polizei.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg wurden Geschäftsräume in Heidelberg -hier war kein Gewerbe angemeldet- und Bruchsal sowie Privatwohnungen in Wiesloch und Stutensee durchsucht. Unterlagen, die als Beweismittel für das Verfahren von Bedeutung sein können, wurden sichergestellt. Mittlerweile sind die beiden Teppiche wieder in Besitz der Reilingerin. Die Ermittlungen des Betrugsdezernats der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg dauern an.

Quelle: Polizeipresse Mannheim, news aktuell v. 19.10.18

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Betrüger mit gefälschten Teppichzertifikaten

Aus aktuellem Anlass warnt die Polizei Gießen vor betrügerischen Teppichreinigern. So hatten zwei Männer am letzten Montag offenbar versucht, eine 83 - Jährige mit dem "Haustürgeschäft" übers Ohr zu hauen. Das Duo hatte am Montagvormittag bei der Frau geklingelt und ihr angeboten, Teppiche zu reinigen. Dazu wurde ihr ein angebliches Echtheitszertifikat eines Gießener Möbelhauses gezeigt. Offenbar sollte damit der Eindruck vermittelt werden, dass sie hochwertige Teppiche besitzt und dass diese Teppiche gereinigt werden müssen.

Glücklicherweise erkannte die Gießenerin den Betrugsversuch und verwies die beiden Männer von ihrem Grundstück. Eine Streife konnte wenig später den PKW der beiden Männer in Gießen anhalten und kontrollieren. Bei den polizeibekannten Männern im Alter von 70 und 21 Jahren fanden die Beamten dann auch die vorgezeigten Zertifikate. Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um Fälschungen handelt. Die beiden Männer wurden nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Sehr wahrscheinlich hatten die Männer vor, die Teppiche nur unzureichend zu reinigen und danach eine Rechnung, mit jeweils mehreren hundert Euro pro gereinigten Teppich, zu präsentieren.

Die Gießener Kriminalpolizei nimmt diesen Betrugsversuch auch zum Anlass, dass man sich grundsätzlich nicht auf Haustürgeschäfte einlassen sollte. In fast allen Fällen sind die Preise um ein vielfaches teurer. Sollten Sie Opfer von solchen Betrügern geworden sein, so rufen Sie die Polizei an und erstatten sie Anzeige.

Quelle: Polizeipresse Mittelhessen, news aktuell v. 11.04.18

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Verbraucherzentrale warnt vor übereilten Vertragsschlüssen

Infast allen größeren Städten Sachsen-Anhalts wird auffällige Werbung auf Hochglanzpapier in die Haushalte verteilt, in der es um die Wäsche oder Reparatur von Orient- und Antikteppichen geht.

Schonendes Klopfsaugen, Entmotten, Entmilben und Entfernung von Sandkörnern inklusive 4-fach Waschprozedur nach Tradition - alles zu Aktionspreisen angepriesen. 20 % Rabatt für alle Reparaturen, 5 % Rabatt für Senioren, Angebote zur Vorweihnachtszeit oder Gutscheine für eine Grundreinigung - die Angebote überschlagen sich.

Da die Teppiche auch kostenlos abgeholt und wieder nach Hause geliefert werden, erscheint das Angebot für zahlreiche Verbraucher offensichtlich attraktiv. Ein Besuchstermin wird vereinbart, die Teppiche besichtigt und leider viel zu schnell auch ein verbindlicher Auftrag für eine Reinigung oder Reparatur unterschrieben. Allerdings hat der auf dem Vertrag stehende Preis nicht mehr viel mit einem "Schnäppchen" zu tun. Es geht oft um Summen von mehreren hundert, sogar tausend Euro!

Schon Minuten später - die Teppiche haben die Wohnung verlassen - kommt bei vielen Verbrauchern das böse Erwachen. Dieser Preis für diese Leistung? Ist der Teppich tatsächlich so alt und wertvoll, dass sich die Reinigung oder Reparatur in einer solchen finanziellen Größenordnung überhaupt lohnt? War das Abzocke?

Die Teppiche kommen erst dann in die Wohnung zurück, wenn vollständig bezahlt wird. Ein Szenario, das Verbraucher verzweifeln lässt. Aber wie ist die Situation zu retten? Da es sich in diesen Fällen um sog. außerhalb von Geschäftsräumen abgeschlossene Verträge handelt, können diese widerrufen werden. Eine gesetzlich vorgeschriebene Widerrufsbelehrung erfolgt regelmäßig nicht. Dann braucht der Teppichbesitzer nichts zahlen, sollte die Leistung bereits erbracht worden sein.

Die Auseinandersetzung mit der Gegenseite ist nicht einfach. Nach Feststellungen der Verbraucherzentrale ist im Einzelfall unter der auf dem Werbeflyer angegebenen Adresse die Firma gar nicht auffindbar oder es liegt keine Gewerbeannmeldung vor. Deshalb sollte in Abhängigkeit von den individuellen Umständen auch eine Anzeige wegen des Verdachtes des versuchten Betruges in Erwägung gezogen werden.

Um diesem Ärger aus dem Weg zu gehen, hilft nur, sich nicht zu übereilten Vertragsschlüssen - trotz blumiger Werbeversprechen - hinreißen zu lassen. Eine seriöse Firma kommt auch ein zweites Mal. Der Rat der Verbraucherzentrale ist deshalb eindeutig: Keine übereilten Vertragsschlüsse!

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt v. 17.11.16